Wechsel am Amtsgericht Landsberg

Ein Aushängeschild der Justiz

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Max Ziegler (2. v. links) scheidet als Direktor des Landsberger Amtsgerichts aus, auf ihn folgt Michael Eberle (2. v. rechts). Neben Dr. Herbert Veh (links), dem Präsident des Landgerichts Augsburg und Peter Küspert (rechts), Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und des Oberlandesgerichts München, erschienen zahlreiche weitere Gratulanten.

Landsberg – Zahlreiche geladene Gäste hatten sich am Dienstag im Festsaal des Historischen Rathauses eingefunden und damit den Stellenwert dokumentiert, den die Wachablösung am Landsberger Amtsgericht einnimmt: Michael Eberle folgt als neuer Direktor auf Max Ziegler. Damit verabschiedet sich ein „waschechtes Landsberger Kindl“ in den Ruhestand. Entsprechend bat der „Neue von außerhalb“ um einen Vertrauensvorschuss, betonte aber gleichwohl seine schon lange andauernde Verbundenheit mit seiner neuen Wirkungsstätte und der Landsberger Region.

Dr. Herbert Veh, Präsident des Landgerichts Augsburg, steckte schnell die Richtung ab, in die auch seine nachfolgenden Mitredner in ihren Ansprachen vorstießen: Die Bedeutung der Justiz in und für Landsberg, verbunden mit historischen Beispielen, und die Würdigung der Verdienste Zieglers sowie die besten Wünsche an seinen Nachfolger. Dr. Veh verglich die Arbeit der Justiz mit Verweis auf die musikalische Untermalung durch das Landsberger Streicherduo mit einem Paartanz. Mal reiche der Grundschritt, oft sei aber Kreativität, Kommunikation und die Fähigkeit zur Kooperation sowie Taktgefühl gefragt. Die Bedeutung des Tanzes hätten immerhin schon die Landsberger Altvorderen zu schätzen gewusst, wie ein Seitenblick auf das Gemälde des Herzog Ernst im Festsaal verrate. Sichtlich gerührt betonte der Präsident des Landgerichts, dass sich der scheidende Direktor, Ziegler, in den vergangenen 30 Jahren als geschätzter Kollege und verlässlicher Freund erwiesen habe.

Ähnlich sah es Peter Küspert, Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und des Oberlandesgerichts München. Er verwies auf die lange Tradition der Rechtsprechung in Landsberg: Seit Mitte de 13. Jahrhunderts ist hier eine ständige Gerichtsbarkeit nachgewiesen, das Amtsgericht existiert seit 1862. Das Vertrauen der Bürger in die Justiz entstehe durch ihre Erfahrungen vor Ort und es sei die Hauptaufgabe, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Die Verdienste Zieglers hierum erachtete er als „prägend“. Zielstrebigkeit, Organisationstalent, Engagement, Ausgeglichenheit und das Bemühen um ein gutes Betriebsklima hätten dessen „lange Amtszeit“ immer gekennzeichnet. „Sie haben stets als Richter und als Mensch überzeugt und hinterlassen ein gut geführtes Amtsgericht.“

Ziegler verabschiedete sich seinerseits in der Gewissheit, mit sich „selbst beruflich im Reinen“ zu sein und bedankte sich ausgiebig bei allen seiner Weggefährten. „Man hat mir immer etwas zugetraut und mir vertraut. Das macht mich zufrieden, dankbar und demütig.“ Seinem Nachfolger gab Ziegler die besten Wünsche mit auf den Weg. Mit Michael Eberle sei eine gute Wahl getroffen worden, die nun ihren eigenen Stempel aufdrücken werde und auch solle. „Denn jeder Wechsel ist auch eine neue Chance.“

Eberle spielte den Ball seinerseits zurück und unterstrich, dass Max Ziegler in seiner Amtszeit die „Latte sehr hoch“ gelegt habe. Dass das Amtsgericht gut aufgestellt sei und einen ausgezeichneten Ruf besitze, sei der Verdienst seines Vorgängers. Gleichzeitig bedankte er sich bei allen Beteiligten, die ihm den „Sprung ins kalte Wasser“ einfach gemacht und seine anfängliche Nervosität mit einem „wohl temperierten“ Empfang erleichtert hätten. Als Schongauer käme er zwar „von außerhalb“ und die Nachfolge auf ein Landsberger Urgestein sei nur mit gegenseitigem Vertrauen zu meistern. Er selbst sei aber früher schon, während des Wehrdienstes, später als Staatsanwalt und privat, stets gern nach Landsberg, die „große Schwester Schongaus flussabwärts“ gekommen und werde sich redlich bemühen, die guten Vernetzungen und intakten Strukturen weiter zu pflegen. Als persönliches Anliegen strebt Eberle künftig unter anderem eine enge Zusammenarbeit mit den hiesigen Schulen an. Ganz im Sinne seiner Vorredner, um das „Vertrauen der Bürger vor Ort“ zu bestätigen.

Rasso Schorer

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