Abitur am DZG

Per "Abi-WhatsApp" in die Zukunft

+
Die drei Jahrgangsbesten am DZG strahlten mit der Sonne um die Wette: (v. links) Sophia Konermann (1,3), Erik Pallas (1,2) und Silvia Trinczek (1,0).

Landsberg – „Welt, ich komme!“ So deutete Schulleiter Bruno Bayer das Bühnenbild der 88 Abiturienten am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium: der „blaue Planet Erde“ dominierte in Bildern und Luftballons die festlich geschmückte Turnhalle. Passend zitierte Bayer Ulf Merbold: „Die Erde ist faszinierend, aber auch zerbrechlich“ und legte seinen Prüflingen ans Herz, mit ihren Fähigkeiten eine friedvolle und humane Zukunft zu gestalten. „Und ich weiß: Wenn ihr wollt und von der Sinnhaftigkeit eures Tuns überzeugt seid, dann könnt ihr Außergewöhnliches leisten.“

Die drei Jahrgangsbesten wurden besonders belohnt: Silvia Trinczek schaffte die Traumnote 1,0, Erik Pallas eine 1,2 und Sophia Konermann die 1,3. Silvia wird für ihr ausgezeichnetes Abitur in die Deutsche Physikalische Gesellschaft aufgenommen, sie erhält den Abiturpreis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung sowie die mit 1000 Euro dotierte Auszeichnung der Frank Hirschvogel Stiftung. Diese solle „für eine Aktivität zur weiteren Bildung“ genutzt werden. Für Silvia kein Problem: „Ich mache jetzt einen Monat Backpacking in Schottland, dann fange ich in Ulm an, Physik zu studieren.“

Erik erhielt ebenso wie Sophia den Bester!-Preis der VR-Bank in Wert von je 100 Euro. Während Erik im Anschluss zwei Monate arbeitet, bevor er im Oktober das Informatikstudium beginnt, will Sophia noch ein Jahr per „work and travel“ Neuseeland erkunden. „Dann fange ich an, Psychologie zu studieren.“ Alle Drei freuten sich zudem über einen Gutschein des Landkreises, den alle der 22 Abiturienten erhielten, die mit einer 1 vor dem Komma abgeschlossen hatten.

Landrat Thomas Eichinger wollte trotz Feierlichkeiten „die besorgniserregende Tagespolitik nicht außen vor lassen.“ Dieser Tag werde in Zukunft auch für die Abiturienten mit dem Brexit verbunden sein. Diese Zukunft sei zwar offen, aber man bekomme sie nicht geschenkt: „Der jetzige Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Deshalb möchte ich Sie motivieren, sich als Mitglieder dieses Staates auch politisch zu engagieren. Damit die Welt in Ihren Händen gut aufgehoben ist.“

Als Vertreter der Stadt gratulierte Stadtrat Jonas Pioch, selbst erst vor sieben Jahren frischgebackener Abiturient. Er erinnerte an einen Tweet von letztem Jahr: „Ich bin fast 18 und hab‘ keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ne Gedichtanalyse schreiben. In vier Sprachen.“ Er wünschte den Abiturienten deshalb Gelassenheit: „Miete und Steuern sind noch nicht wichtig. Alles hat seine Zeit im Leben. Lasst es heut‘ krachen, aber übertreibt es nicht!“

„Ihr ward füreinander da“, lautete das Credo der stellvertretenden Vorsitzenden des Elternbeirats Renate Wengenmaier. Dennoch heiße es jetzt Abschied nehmen: „Adios Amigos und hoch die Tassen!“ Womit sie auch die von Regens Wagner für jeden Abiturienten hergestellten Unikat-Tassen meinte. Der Abschiedslaune Wengenmaiers schloss sich auch ihre Tochter Luisa an: „Wir haben’s geschafft! Das Kapitel Schule ist beendet.“ Souverän und humorvoll dankte sie den Eltern und Lehrern fürs Aushalten und Hinterherrennen, „und für das Wissen: Ich kann jetzt anhand von Wolkenformen ablesen, ob es regnen wird.“ Ihr Dank galt auch ihren Mitschülern, bei denen man offensichtlich per „Abi-WhatsApp“ auch um drei Uhr nachts Antwort auf dringende Fragen bekam.

Mit Standing Ovations feierten die Schulabgänger ihren Oberstudienkoordinator Ulrich Schäfer, der mit Percussion und Kazoos noch schnell und effektiv das Abilied „Superheroes 2016“ einübte: „Ihr seid der Jahrgang der Superlative!“, sprach’s und schüttelte eine ganze Wagenladung von Entschuldigungszetteln aus. „Ihr ward aber vor allem in einem der Superlativjahrgang: im gemeinschaftlichen Miteinander. Danke für euer Vertrauen und die gute Zusammenarbeit.“

Susanne Greiner

Meistgelesene Artikel

Städtisches Alkoholverbot?

Landsberg – Mit Unterstützung seiner Fraktionskollegen der Landsberger Mitte fordert Stadtrat Dr. Wolfgang Weisensee, der als Leitender Notarzt tätig …
Städtisches Alkoholverbot?

Bauland soll auf einmal kein Bauland mehr sein

Kinsau/Schongau – Baugrund oder Außenbereich? Mit dieser Frage setzte sich der Kinsauer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auseinander. Ein …
Bauland soll auf einmal kein Bauland mehr sein

Im Westen nichts Neues

Landsberg – Die Augsburger Straße ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt. Entsprechend spannend sind die Planungen des Teilraumgutachtens …
Im Westen nichts Neues

Kommentare