Drama um Boris Zahumensky – EVL-Verteidiger mit Halswirbelbruch – Spiel verschoben

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ALEX KUNZ, Landsberg – Es war die 49. Minute: Den 738 Zuschauern im Landsberger Eisstadion stockt der Atem. EVL-Verteidiger Boris Zahumensky liegt regungslos am Boden, nachdem er bei einem Zweikampf mit Dortmunds Ryan Martens mit dem Kopf gegen die Bande krachte. Sofort wird der Slowake ins örtliche Klinikum gebracht und noch in der Nacht ins Klinikum „Rechts der Isar“ nach München verlegt. „Er hat sich fünf Wirbel und einige Rippen gebrochen“, sagte am Samstagmorgen der immer noch schockierte EVL-Vorstand Hans-Jürgen Böttcher. Ob der 24-Jährige jemals wieder laufen kann, steht zu dem Zeitpunkt noch in den Sternen. Am Sonntag gibt es dann den ersten Hoffnungsschimmer. „Er kann Arme und Beine bewegen“, erklärt EVL-Coach Norbert Zabel. Zahumensky sei bei Bewusstsein und habe schon mit seinen Eltern telefonieren können. Möglicherweise muss er aber noch einmal operiert werden. „Boris kann sich an die Situation erinnern, aber er ist natürlich deprimiert, dass ihm sowas passiert ist.“ Auch die Dortmunder zeigten sich bestürzt über die Situation. „Ryan Martens hat mehrmals bei uns angerufen und nachgefragt, wie es ihm geht – er ist völlig niedergeschlagen“, sagt Böttcher, der den Stürmer der Westfalen in Schutz nimmt. „Das war bestimmt keine Absicht von ihm.“ Das 1:8 am Vorabend gegen die „Westfalen Elche“ wird zur Nebensache, auch wenn der EVL wieder einmal eine völlig desolate Leistung abgeliefert hat. Erklärungen dafür gibt es viele. „Unter der Woche waren ganz viele Spieler krank, Veli-Antti Leinonen konnte gar nicht erst auflaufen“, erklärt Zabel. Allerdings will er das nicht als Ausrede gelten lassen. Stattdessen wurde wieder einmal deutlich, dass einige Landsberger Spieler derzeit nicht auf Oberliga-Niveau sind. Dabei sah es anfangs noch recht gut aus gegen den Überraschungsaufsteiger aus Westfalen. Zwar gingen die Gäste durch Jake Brenk in der 8. Minute in Führung, der EVL fand aber nach einem Pfostenschuss von EHC-Stürmer Alexander Janzen (11.) immer besser ins Spiel. Folgerichtig fiel nach 14 Minuten der Ausgleich, als Michal Kapicka nach einem herrlichen Zuspiel von Derek Switzer freie Bahn hatte und den 1:1-Ausgleich besorgte. Der Untergang Knackpunkt der Partie war allerdings wieder einmal ein Gegentor in Überzahl. An der gegnerischen Blauen vertändelte Christian Köllner die Scheibe, Dortmund lief einen schnellen Konter und Vitali Stähle besorgte das 1:2 für die Gäste (32.). Danach brachen wieder einmal alle Dämme. Dortmund erhöhte noch im zweiten Drittel innerhalb von 26 Sekunden durch Ryan Martens und T.J. Sakaluk auf 1:4 (38.). Jake Brenk (44.), Alexander Janzen (51.), Damian Martin (56.) und Benjamin Proyer (59.) besorgten im Schlussabschnitt den 1:8-Endstand. Keine Schuld trifft an dem Abend Peter Holmgren. Der zuletzt so hart kritisierte Landsberger Goalie verhinderte durch einige Paraden sogar ein zweistelliges Ergebnis. Das Fairplay Überschattet wurde das Geschehen durch die schwere Verletzung von Boris Zahumensky. Und zwar so sehr, dass die Landsberger beim alten Rivalen Starbulls Rosenheim baten, das Spiel zu verlegen. „Rosenheim hat sofort zugestimmt, das rechnen wir ihnen hoch an“, sagte EVL-Chef Böttcher. Auch die ESBG gab grünes Licht und half sogar, dass Zahumensky die beste medizinische Betreuung bekommt. Wann das Spiel gegen die Starbulls nachgeholt wird, steht noch nicht fest. Am kommenden Wochenende treffen die Landsberger zunächst zuhause auf den EV Füssen (20 Uhr) und am Sonntag geht es dann zum Derby nach Peiting.

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