Drastische Maßnahmen

Das Grün an der B 17 alt stört die ansässigen Gewerbetreibenden seit Jahren und so „kümmerten“ sie sich einfach selbst um die Pflege. Foto: Kruse

Die Quadratur des Kreises soll die Stadtverwaltung im Moment an der alten B17 leisten. Wer von Norden in die Stadt einfährt, sieht derzeit auf der rechten Seite viel Grün – und das war auch so gewollt, als man den „Schutzstreifen“ in den 80er Jahren plante und anlegte, so Tiefbauamtsleiter Hans Huttenloher: „Man sollte die Häuser nicht sehen und bei Bäumen ab einer Höhe von zehn Metern ist das auch der Fall.“ Das steht nun allerdings im Widerspruch zu den Interessen einiger Gewerbebetriebe, die sich dahinter ange­- siedelt haben.

Die Gewerbetreibenden an der Augsburger Straße und der dahinter liegenden Zeppelin-Straße wollen nämlich sehr wohl gesehen werden und haben bislang mit eher anarchistischen Methoden die Bepflan-zungsbemühungen der Stadt unterlaufen. Die Eigeninitiative bei der „Pflege“ des Grünstreifens – er befindet sich in städtischem Eigentum – gefällt der Verwaltung überhaupt nicht: Wo sie eine Blumenwiese vorgesehen hat, lassen die Firmen seit Jahren regelmäßig mähen, die Sträucher wurden immer wieder auf eine Höhe von rund eineinhalb Metern zurückgeschnitten. Ganz grob wurde dann ein Firmeninhaber: „Der ist an einem Samstag raus und hat einfach sieben Fichten mit der Kettensäge gefällt“, berichtet Huttenloher. Pikant daran ist, dass dieses Treiben über Jahre von der Stadt nicht unterbunden wurde. Ärger gab es erst jetzt, als man im Bauausschuss verschiedene Möglichkeiten untersuchte, wie man die Situation dort aus Sicht der Stadt verbessern könnte. Eine neue Wildhecke wurde angedacht, sogar ein Zaun, der die eifrigen Anlieger vom städtischen Grund fernhalten sollte. Die fühlen sich jetzt ungleich behandelt (weil unterschiedlich gut sichtbar) und haben CSU-Stadtrat Helmut Weber bei einem Ortstermin eine längere Liste von Punkten zukommen lassen, die sie stattdessen gerne realisiert hätten. So sollen die Bäume so beschnitten werden, dass man „unten durch sehen kann“. Überhaupt sollen Bäume nur noch etwa alle zehn stehen, überzählige Exemplare gefällt oder entfernt werden, eine maximal 80 Zentimeter hohe Hecke gepflanzt und eine „leicht zu pflegende Wiese“ angesät werden. Ausführung und Bezahlung lägen bei der Stadt als Eigentümerin. Das wurde dem Stadtrat dann doch zu bunt, zumal es in der Beschlussvorlage hieß, der Bebauungsplan solle „im Sinne der Anlie-ger“ geändert werden. Huttenloher wird nun eine Planung im Planungsausschuss „unter Einbindung der Anlieger“ vorlegen. Die Diskussion dort dürfte durchaus farbig werden, bereits im Stadtrat war man sich über den Streifen keineswegs einig. Während Weber meinte, „wir hätten uns viel Ärger ersparen können, wenn wir das Gespräch mit den Bürgern früher gesucht hätten“, meinte Traudl Lüßmann, „dass man alles nur dem Gewerbe unterordnet.“ Die generelle Problematik hatte jedenfalls Christoph Jell erkannt: „Mir scheinen die Interessen da sehr schlecht zusam­- menzupassen.“

Meistgelesene Artikel

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Noch ein Protest-Kunstwerk

Holzhausen – Wie einst Asterix und seine Gallier gegen die Römer kämpfen Daniel Fusban und seine Holzhauser Mitbürger gegen die übermächtige …
Noch ein Protest-Kunstwerk

Kommentare