Langsamer nach oben

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Ab Februar 2018 werden in Landsberg je drei Diesel- und drei Diesel-Hybrid-Stadtbusse verkehren  – gewiss auch auf der Neuen Bergstraße (Foto).

Landsberg – Es ist ein Kompromiss, den Stadt und Landkreis beschlossen haben: Auf den Stadtbuslinien werden ab 2018 drei Busse mit Diesel- und drei mit Diesel-Hybrid-Antrieb unterwegs sein. Dem hat der Kreisausschuss jetzt zugestimmt. Während der Stadtrat ursprünglich nur noch auf Diesel-Hybrid-Busse setzen wollte, hätte die Kreisverwaltung gerne die herkömmlichen Diesel-Busse zum Einsatz gebracht.

Bei der Entscheidung, die der Stadtrat jüngst fällte, hat der Landkreis noch ein Wörtchen mitzureden: Denn er ist Aufgabenträger des Stadtbusverkehrs und muss daher auch das Vergabeverfahren durchführen. Der Landkreis muss demnach auch die Hälfte des Defizits tragen, das der Stadtbus einfährt. Laut ÖPNV-Referent Dietmar Winkler sind auf die Laufzeit von zehn Jahren bezogen rund 221.000 Euro Zusatzkosten durch die drei Hybridbusse.

Auch eine Förderung von insgesamt 195.000 Euro von Bund und Freistaat sei möglich, auch wenn diese „sehr fraglich“ sei, so Winkler. Schwer abzuschätzen seien außerdem die Wartungskosten für die Hybridbusse: „Das ist eine ganze neue Thematik“. Entscheidend sei auch die Topographie wie beispielsweise die Abstände zwischen den Haltestellen, aber auch die Höhenlagen wie etwa die Neue Bergstraße.

Hauptargument für die Busse mit Hybrid-Antrieb war das Klimaschutz-Konzept des Landkreises. OB Mathias Neuner sieht in dem Einsatz der Hybrid-Fahrzeuge ein „Zeichen nach außen“ und somit „Werbung für den Landkreis“. Wenn die Busse aber die Neue Berg­straße nicht hinauf kämen, sei das nicht unbedingt Werbung, hielt Josef Loy (CSU) dagegen. Auch sein Parteikollege Quirin Krötz schätzt die Wagnisse als zu hoch ein, immerhin sei die Technologie „null erprobt“. Anders sieht die Sache offenbar Georg Krackhardt (UBV): So neu sei die Technik nicht und man müsse keine Angst haben, dass der Diesel-Hybrid-Bus die Neue Bergstraße nicht hinauf komme – wenn auch vielleicht etwas langsamer.

Hannelore Baur (SPD) würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und schlug vor, die Hybrid-Technologie auch auf das Anruf-Sammeltaxi auszuweiten. Mit zwei Gegenstimmen folgte der Kreisausschuss der Entscheidung des Stadtrates. Nun kann der Kriterienkatalog für die europaweite Vergabe ausgearbeitet werden und ab Februar 2018 werden neben drei Diesel- auch drei Hybridbusse in Landsberg fahren.

Astrid Erhard

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