Dritter ja, Erster nein

„Macht Platz“: DJK-Center Michael Teichner (Mitte) zeigte gegen Landshut sein großes Kämpferherz und hatte damit maßgeblichen Anteil am knappen Erfolg der Seinen. Foto: Krivec

Es war ein hartes Programm, das der Spielplan für die Landsberger Basketballer zum Rückrundenstart am vergangenen Wochenende vorsah. Am Samstag gastierte der Tabellendritte Landshut in der Lechstadt, ehe es für die DJK Landsberg am Sonntag zum Spitzenreiter nach Vilsbiburg ging. Gegen beide Teams hatte man das Hinspiel verloren, zumindest gegen Landshut gelang nun die Revanche. Mit 69:67 behielt die Mannschaft von Trainer Roman Gese in einer spannenden Partie die Oberhand. Auch am Sonntag sah es lange gut aus für die DJK, allein die Kräfte reichten am Ende nicht ganz, um dem Tabellenführer die zweite Saisonniederlage beizubringen.

Wer in früheren Zeiten, als die Autos noch nicht so viele PS hatten, den Zirler Berg bewältigen wollte, musste die Antriebskräfte seines Vehikels sehr bewusst einsetzen. Gab man zu wenig Gas, kam der Motor leicht ins Stottern und die Fahrt bergauf endete am Straßenrand. Wenn man das Auftreten der DJK Landsberg diese Saison in der 2.Regionalliga Süd betrachtet fühlt man sich oft an dieses Bild erinnert. Dem Coach steht eine „erste Fünf“ zur Verfügung, die den Vergleich mit den TOP-Teams der Liga nicht zu scheuen braucht. Wenn diese Spieler eine Verschnaufpause brauchen, ist ein gefühlvolles Händchen des Trainers beim Auswechseln von Nöten, bringt er mehr als einen Spieler von der Bank, gerät der Motor ins Stottern. Das war auch so beim jüngsten Spiel gegen die TG Landshut nicht anders. Die Gäste, an dritter Stelle der Tabelle punktgleich mit dem Zweiten liegend, präsentierten sich als routinierte Mannschaft, sehr wurfsicher aus der Dreierposition und an der Freiwurflinie. Die zahlreichen Zuschauer erlebten einen lebhaften Beginn, sahen schöne Angriffsaktionen, vor allem dank der blendenden Assists von Xaver Egger auf seine Kollegen Michael Teichner und Przemyslaw Migala. Eine aufmerksame Abwehrarbeit ermöglichte eine 13:6-Führung nach der Hälfte des ersten Viertels. Als der Trainer dann gleich zwei Spieler seines Stammpersonals auf die Bank beorderte, begann der Antriebsmotor erstmals zu stottern, gut heraus gespielte, völlig freie Wurfpositionen konnten nicht genutzt werden. Mit 18:14 beschloss man das erste Viertel. Teichner zeigte sich in der folgenden Phase auch aus der Halbdistanz sehr wurfsicher, und Unsicherheiten im Angriff wurden durch eine gute Defense egalisiert. Trotzdem gelangen der DJK ohne bewährte Angriffskräfte kaum Körbe, in guter Wurfposition scheiterte man an der eigenen Courage und vertändelte den Ball. Landshut nutzte die Konzeptlosigkeit der Gastgeber, verkürzte durch zwei Dreier und einen Dunk auf 22:21. Drei Turnovers hintereinander brachte den Gästen gar eine 26:31-Pausenführung. Da war schon ein begeisternder Auftritt der „Starting Five“ notwendig, um den Karren aus dieser Situation wieder herauszufahren. Christoph Peters, Xaver Egger und Migala brachten die DJK in weniger als vier Minuten wieder nach vorne, die Landshuter verhüteten Schlimmeres durch sicher verwandelte Freiwürfe. Dann saßen die wichtigen Spieler wieder zu lange auf der Bank. Allein Geidosch hielt die DJK im Spiel. Acht Minuten waren im letzten Viertel noch zu spielen, als endlich die stärkste Besetzung wieder auf dem Spielfeld stand. Mit beispielhafter kämpferischer Einstellung wurden die Rebounds nicht nur in der Defensive geholt, homogen wanderte der Ball von Spieler zu Spieler und landete zum erfolgreichen Abschluss im gegnerischen Korb. Fünf Minuten vor Schluss stand es so 67:56. Landshut nutzte jedoch daraufhin eine Auszeit, um die Heimmannschaft unter Druck zu setzen. Unglückliche Würfe wurden eiskalt gekontert, die Gäste verkürzten auf 67:64. Schon glaubte man durch einen erfolgreichen Abschluss Migalas etwas Luft zu haben, da antworteten die Gäste mit einem Dreier. Atemlose Spannung herrschte, als Teichner beim Stande von 69:67 zwei Freiwürfe vergab. Dieselbe Chance erhielt kurz darauf auch Egger, doch auch dieser vergab die Chance zur Entscheidung. Held in der Abwehr war Migala, er blockte zweimal gegnerische Würfe und holte den Rebound. Zwei Sekunden Spielzeit standen danach noch auf der Uhr, und Landsberg hatte Einwurf. Der Ball landete bei Migala, der nach einem Foul erneut an die Freiwurflinie schritt. Auch seine Versuche fanden ihr Ziel nicht, aber die Zeit für einen Korb der Gäste reichte nicht mehr. Nach dem Schlusspfiff herrschte großer Jubel in der Halle, hatte man sich durch diesen Sieg vorübergehend an Landshut vorbei auf Platz drei der Tabelle geschoben. Fehlende Kräfte Dass die Aufgabe, die einen Tag später in Vilsbiburg anstand, angesichts der Kraftanstrengungen gegen Landshut ungleich schwerer werden würde, war den Landsberger Spielern und ihrem Trainer klar. Umso überraschender war es daher wohl auch für die anwesenden Fans der Vilsbiburger, als sie mitansehen mussten, wie die Gäste ihr Team in der ersten Hälfte vor große Probleme stellte. Bis Mitte des zweiten Viertels hatten die Landsberger gar einen acht-Punkte-Vorsprung herausgespielt, ehe Vilsbiburg mit einer starken Schlussphase zumindest ein 42:42-Remis zur Pause erkämpfte. Doch spätestens zu Beginn der zweiten Hälfte mussten die Gäste der großen Belastung vom Vortag Tribut zollen. Immer öfter unterliefen den Landsbergern nun Unkonzentriertheiten, die die Gastgeber eiskalt ausnutzten. So stand es vor dem Schlussviertel bereits 69:56 für den Spitzenreiter. Zwar gaben die Landsberger auch in den letzten zehn Minuten nie auf, kämpften bis zur Schlusssirene um jeden Ball, doch näher als sieben Punkte kam man nicht mehr an den nun selbstbewusst auftretenden Gastgeber heran. Dennoch zeigte sich Gese zufrieden mit der Leistung der Seinen: „So kann man verlieren. Wir haben heute alles gegeben, aber mehr war nach dem Samstagspiel einfach nicht drin.“

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