Von Drogen nichts gewusst

Landsberg - Ein 25-Jähriger aus Kaufering soll zwei Freunden regelmäßig Drogen verkauft haben. Insgesamt zehn Mal hätten in der Gilchinger Wohnung der beiden solche illegalen Geschäfte stattgefunden, so die Staatsanwaltschaft. 

Gegen alle drei Beteiligten laufen Verfahren, der Kauferinger stand vergangene Woche vor dem Schöffengericht Landsberg.

Die Beweisaufnahme erwies sich als zähes Geschäft, denn der Angeklagte stritt die Vorwürfe ab. Er habe zwar von Drogen bei seinen Freunden gewusst und auch gelegentlich mit ihnen zusammen konsumiert, ließ er seinen Verteidiger Michael Pösl vortragen. Doch davon, dass er von Oktober bis Dezember 2012 wöchentlich Ecstasy-Tabletten, Haschisch und Marihuana zum Preis von 10 Euro pro Gramm an seine Kumpels verkauft haben soll, wollte der Montagearbeiter nichts wissen. 

Einer der beiden Freunde behauptete im Zeugenstand, von den Drogen in seiner Wohnung nichts gewusst zu haben. Er sei völlig überrascht gewesen, als er im Dezember 2012 eines Nachts von der Arbeit gekommen sei und zu Hause die Polizei angetroffen habe, die ge­rade die Wohnung durchsuchte, so der 25-jährige Kellner. Auch wollte er seither seinen Mitbewohner nie gefragt haben, woher das Rauschgift eigentlich stammte, das die Beamten in dieser Nacht sicherstellten. 

Nach Ansicht eines ermittelnden Polizeibeamten haben die beiden Gilchinger die Drogen aber mit Gewinn weiterverkauft. Bei der ersten Vernehmung gleich nach der Durchsuchung nannte einer von ihnen als Quelle einen Kumpel, auf den die Beschreibung des Kauferingers zutreffen könnte. Vor Gericht verweigerte der Zeuge jedoch die Aussage – als Beschuldigter in einem eigenen Verfahren hatte er das Recht dazu. 

Als weiteres Indiz lagen dem Gericht umfangreiche Protokolle von Telefonüberwachungen vor. Auch sollen auf dem Konto des Kauferingers im fraglichen Zeitraum verdächtig hohe Bareinzahlungen eingegangen sein – 17000 Euro insgesamt. Da diese Akten dem Gericht aber nicht vorlagen und noch ein weiterer Zeuge gehört werden soll, unterbrach die Vorsitzende Richterin Sabine Grub die Verhandlung und bestimmte einen Fortsetzungstermin.

Ulrike Osman

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