Droht der "Wiesn" das Aus? – Waitzinger Wiese steht auf dem Prüfstand

So schnell kann’s gehen, urplötzlich steht „D’ Landsberger Wiesn“ auf dem städtischen Prüfstand. Das zumindest hat Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) im Rahmen der jüngsten Haushaltsdebatte ’09 signalisiert. Ihm missfiel das Ansinnen der CSU-Fraktion, die Waitzinger Wiese nicht wie geplant in einem, sondern in zwei Bauabschnitten auf Vordermann zu bringen.

Was veranlasst den OB, die Fortführung des Volksfestes überhaupt in Frage zu stellen? Zumal sich die Stadt hier in den letzten Jahren finanziell und ideell mächtig ins Zeug gelegt hat, mit Referatsleiter Raimund J. Stolz gar einen „Volksfestkoordinator“ in den eigenen Reihen weiß. Wie im KREISBOTEN mehrfach berichtet, sind die Stadtoberen mit dem momentanen Zustand der Waitzinger Wiese absolut nicht zufrieden. Sie möchten im kommenden Jahr den Parkplatz im östlichen Teil für rund 1,1 Millionen Euro ausbauen und erweitern. An- gesichts der Nähe zur Altstadt sei der Bedarf für mehr Stellflächen gegeben – auch für Wohnmobile. Weiter weiß man, dass die Festwiese im westlichen Bereich als solche nicht taugt. Zirkus- und Wiesn-Leut‘ versanken dort bei entspre- chender Witterung ebenso schon im knöcheltiefen Schlamm wie diverse (Flohmarkt-)Händler und jeweils die Besucher sowie Kunden. Unter diesen Umständen ist der für Juni kommenden Jahres erstmals auf der Waitzinger Wiese vorgesehene „Landsberger Autosalon“ nur schwer vorstellbar. Für den Umbau der Festwiese sind im Haushaltsplan 2009 weitere 870000 Euro vorgesehen. "Wirtschaftlich ungeschickt" Eben diese Summe möchte die CSU angesichts knapper Kassen im nächsten Jahr noch nicht ausge-ben. Im Gegensatz zum Parkplatzbau könne man diese Maßnahme laut Fraktionssprecher Helmut Weber getrost erst in 2010 anpacken. Derlei Ansichten forderten den OB und seinen Kämmerer förmlich heraus. „Das macht keinen Sinn“, gab Manfred Schilcher unverblümt zu verstehen, schließlich klaffe laut Finanzplan im Haushaltsjahr 2010 ein 9-Millionen-Euro-Loch. Lehmann wiederum wies darauf hin, dass es „wirtschaftlich ungeschickt“ sei, die Waitzinger Wiese in zwei Abschnitten umzubauen. Allein durch die getrennte Ausschreibung und die zweimalige Baustelleneinrichtung verlöre man 200000 Euro. Erst nach fünf Jahren rechne sich die Sache wieder. „Mir ist das Thema wurscht“, zeigte sich der OB leidenschaftslos und fügte hinzu: „Dann mach’ ich aber das mit der Landsberger Wiesn nicht mehr mit.“ Die Baupreise könnten doch in zwei Jahren durchaus günstiger sein, mutmaßte BAL-Stadtrat Reinhard Skobrinsky. Er sieht in einer Zweiteilung kein Problem und stellte gar in den Raum, den gesamten Umbau der Waitzinger Wiese zu verschieben, was SPD-Fraktionschef Ludwig Kaiser ebenso wenig gefiel wie Helmut Weber. Mit Blick auf die anstehende Erweiterung der Tiefgarage Lechstraße und danach die Sanierung der Schlossberggarage müsse der Parkplatz in kommenden Jahr auf alle Fälle gebaut werden. Und das vermutlich inklusive der von UBV so vehement eingeklagten öffentlichen Toilette, für die sich am Mittwoch sowohl CSU als auch SPD aussprachen. Das letzte Wort in Sachen Umbau der Waitzinger Wiese und damit auch „D’ Landsberger Wiesn“ wird am 10. Dezember der Stadtrat auf seiner Haushaltssitzung haben.

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