Die DSD-Sammelquote in Gefahr?

Dass die Wertstofferfassung auch blitzsauber erfolgen kann, hat BAL-Stadtrat Reinhard Skobrinsky in Brixen/Südtirol (Foto) entdeckt. Die Container aus dem Hause Pöttinger lassen sich von den autorisierten Nutzern nur via Chipkarte öffnen. Foto: Skobrinsky

In Zeiten intensiver Debatten um den geplanten Hauptplatzumbau gibt es ganz gewiss wichtigeres als ein paar vermüllte Wertstoffinseln. Indes, auch sie sind Teil des Stadtbildes, das es zu pflegen gilt. Selbiges leidet nicht selten arg unter dem von uneinsichtigen Zeitge­nos­sen wider­rechtlich abgelagerten Unrat. Das Maß scheint längst voll. Zum wiederholten Mal beschäftigt sich der Bauausschuss des Stadtrates heute Abend mit einer richtungweisenden Frage: Sollen die frei zugänglichen Wertstoffinseln aufgelöst werden?

Manchem Lechstädter fällt die Antwort darauf sehr leicht, Reinhard Skobrinsky etwa: „Die öffentlichen Containerstandplätze im Stadtgebiet sind sofort zu schließen; eine Alternative dazu gibt es nicht!“ Das zumindest fordert der BAL-Stadtrat in seinem Antrag, den er Mitte Februar auf den Tisch von OB Ingo Lehmann (SPD) gelegt hat. Behandelt wird das Thema erst jetzt – gut Ding braucht eben Weile. Außerdem hat sich in der Zwischenzeit ja Entscheidendes getan: Der Landkreis wird die Blaue Tonne fürs Altpapier im Frühjahr 2011 einführen. Damit ist ein erster Schritt in Richtung Teilabschied vom Bringsystem getan, dem nach Ablauf des aktuellen Vertrages mit DSD im Dezember 2012 eventuell ein weiterer folgen wird: Der Trend zur Erfassung der „Problemfraktionen“ über ein Holsystem könnte sich bei den Leichtverpackungen fortsetzen“, ist bereits jetzt aus dem Landratsamt zu vernehmen. Damit blieben an den frei zugänglichen Wertstoffinseln nur noch die Container für Glas und Blech übrig. Allein im Hinblick darauf hält sich die Investitionsbereitschaft des Landkreises in den Ausbau weiterer betreuter Wertstoffsam­mel­stellen in Grenzen. Stadtrat Skobrinsky hätte das gerne am Alten Eisstadion und an der Erpftinger Straße, Einfahrt Obere Wiesen, realisiert gesehen. Folgte der Bauausschuss dem Antrag Skobrinskys ohne Wenn und Aber, dann hätte das weitreichende Folgen für den Landkreis. Dieser könnte seiner vertraglich fixierten Mengenver­- pflichtung mit DSD wohl nicht mehr in vollem Umfang nachkommen. Hintergrund dieser auch von Pressesprecher Wolfgang Müller bestätigten Annahme ist die Tatsache, dass an den zwölf frei zugänglichen Containerstandorten im Stadtgebiet weit mehr Wertstoffe erfasst werden als an den betreuten Sammelstellen in der Spital­- feld- und Iglinger Straße. Viele Lechstädter nutzen die Wertstoffinsel auf „alltäglichen Wegen ohne große Umwege“. Was geschieht, wenn so eine Entsorgungsinsel auch nur temporär aufgelöst wird, zeigte sich zuletzt beim Umbau der Waitzinger Wiese. „Zahlreiche Bürger haben den Entsorgungsnot­- stand postuliert“, weiß der städtische Umweltingenieur Rolf Mergler-Völkl. Auflösen würde er allenfalls jene kleinen, wohnungsnahe Standorte, die für das Gesamtsystem eine untergeordnete Rolle spielen.

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