Durchblick dank "foto-auge"

„foto-auge ammersee west“ hat sich nach zweimonatiger, vielbeachteter Ausstellung in Dießen verabschiedet. „Aber wir kommen wieder“, schmunzelt Harry Sternberg bei der Finissage im Augustinum Ammersee. Die sechs Amateurfotografen, die sich 1996 zusammengefunden haben und seitdem miteinander arbeiten und ausstellen, sind bereits für nächstes Jahr von der Galerie im Taubenturm eingeladen worden.

Kein Wunder: Die Fotokunst von Elke Weiß-Kostorz, Michael Kostorz, Michael Merkel (alle aus Dießen), von Andreas Hartge und Harry Sternberg (Utting) sowie Horst Emmerig (Mittelstetten) fand im Augustinum viele neue Freunde. Bei der Finissage ist das Gemeinschaftswerk noch einmal gewürdigt worden. Die Besucher zeigten sich interessiert an neuen Techniken und nutzen die Gelegenheit, mit den Fotografen auch in den thematischen Dialog zu treten. Die Venedig-Bilder von Harry Sternberg, die sich mit ihrer gewollten Unschärfe von der Fotorealität abwenden und zur Optik des Ölgemäldes tendieren, berührten die Emotionen der Betrachter besonders. Sternberg vermittelte dem Betrachter sein experimentelles Arbeiten, bei dem er die digitale Foto- technik mit manueller Bewegung verbindet. Auch die Schwarz-Weiß-Fotografie, die sich durch das kreative Schaffen von „foto-auge“ zieht, faszinierte mit ihrer spirituellen Ruhe und den klaren Motiven vor allem die Puristen unter den Fotografie-Freunden an. Steht sie doch im starken Kontrast zu den hektischen Bildwelten von Internet und Fernsehen und fokussiert das Auge auf das Wesentliche. Fachgespräche, Austausch und Information prägten die Finisage. Die Besucher erfuhren von Sabine Cichowski, Kulturreferentin im Augustinum, wie gut sich die Ausstellung mit ihren vielen Landschaftsmotiven in das augustinische Jahresmotto „Orte, Schauplätze, Standpunkte“ integrierte. Die Fotografen hätten aber auch versucht, die Gestaltungsvielfalt des fotografischen Sehens zu zeigen, womit sie die Fantasie des Betrachters belebten und bereicherten. Die Freude an Stimmungen oder Augenblicken sei spürbar. Auf fotografische Techniken und künstlerische Auslegung wies Elke Weiß-Kostorz hin. Sie berichtete vom gemeinsamen Arbeiten in der Gruppe „foto-auge“ und informierte über langjährige Aus- und Weiterbildungen in Kursen und Workshops. „Wir bilden uns laufend technisch fort, damit auch in der künstlerischen Arbeit kein Stillstand eintritt.“ Preisgekrönt Erfolgreich nehmen die Sechs regelmäßig am Fotosalon in Kirchzarten teil und beteiligen sich an regionalen Fotowettbewerben. Im vergangenen Jahr belegte „foto-auge“ den 4. Platz im Wett- bewerb mit 16 oberbayerischen Fotografengruppen, und beim 29. Regionalen Fotowettbewerb 2009 in Dachau wurde „Kreuzzeichen“ von Michael Kostorz mit dem 1. Preis gewürdigt. Passend zu den kultur- und länderübergreifenden Fotografien, die in ferne Länder, wie die Wüsten Afrikas entführten, spielte der Afrikaner Yusupha Kuyateh aus Gambia auf der Kora Rhythmen seiner Heimat.

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