Blitzschnell ins Internet

+
Für Eching hat die Glasfaser-Zukunft begonnen. Hier freuen sich (v. links) Projektleiter Florian Pawlik, Bürgermeister Siegfried Luge, Rainer Staar und Hermann van Voorst.

Eching – „Wenn früher Familien den Zuzug nach Eching ins Auge gefasst haben, hat sie der Weg vorher ins Rathaus geführt“, erzählt Bürgermeister Siegfried Luge. Sie hätten sich nach Kindergärten, Schulen, Ärzten und Nahversorgung erkundigt. Auch heute kämen die Leute noch in die Gemeindeverwaltung. „Aber ihre erste Frage gilt jetzt schnellem Internet und optimalem Handy-Empfang!“ Die Antwort sei oft ausschlaggebend, ob sich eine Familie oder eine Firma in der Gegend niederlasse. Jetzt kann Echings Bürgermeister allen Anfragen gelassen und gewappnet entgegen sehen: Eching bekommt in den nächsten Monaten das schnellste und modernste Netz und ist damit für die nächsten Jahrzehnte gerüstet.

Die 1.752 Einwohner Echings leben in zirka 700 selbstständigen Haushalten. Knapp 42 Prozent davon haben sich in den letzten Wochen für einen Glasfaseranschluss entschieden, den die Firma Deutsche Glasfaser ab September abschnittsweise zu den einzelnen Häusern verlegt, wobei jede darin beteiligte Wohnung einen eigenen Anschluss erhält. Das Geheimnis für mindestens 100 Mbit/s im Up- und Downstream heißt FTTH, „Fiber to the home“. Da jeder Haushalt einen eigenen Glasfaseranschluss bekommt, muss die Bandbreite nicht geteilt werden und es entstehen selbst auf der „letzten Meile“ keine Geschwindigkeitseinbußen. Jede Wohnung verfügt über genügend Bandbreite, um mit der ganzen Familie gleichzeitig Daten hoch und runter zu laden, Videos zu streamen, TV zu sehen, Online-Gambling zu spielen oder zu telefonieren. Der Anschluss für Eigentümer und Mieter ist kostenlos. Vorausgesetzt, es erfolgt ein Anbieterwechsel von Internet, Telefon und Fernsehen zur Deutschen Glasfaser. Das Kündigungsprozedere wird als Service für den Kunden erledigt, die Rufnummer kann übernommen werden.

Echings schöne neue Internet-Zukunft haben die Bürger Siegried Luge zu verdanken. Er nahm Kontakt auf zur Gemeinde Türkenfeld, die bereits mit Glasfaser blitzschnell im Netz agiert. Und da deren Glasfaserkabeln direkt an der Gemeinde Eching vorbei führen, lag es nur nahe, für eine „Abzweigung“ die Borkener Firma Deutsche Glasfaser für die Gemeinde am nördlichen Rand des Ammersees zu gewinnen. In einer sog. Nachfragebündelung nach einer Informationsveranstaltung haben sich immerhin fast 42 Prozent der Echinger Haushalte für das Angebot entschieden. Dazu Siegfried Luge: „Ich danke allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern für diesen Entschluss. Sie haben damit an kommende Generationen gedacht und somit das modernste und leistungsfähigste Netz der Zukunft für Eching möglich gemacht.“ Solange die Anschlussarbeiten in Eching nicht beendet sind, können auch die noch Unentschlossenen auf den kostenlosen Glasfaser-Zug aufspringen. Nach Beendigung der Arbeiten wird ein nachträglicher Anschluss rund 750 Euro kosten.

Bei einem Medientermin an der Echinger Windachbrücke erklärten die Projektleiter Rainer Staar und Florian Pawlik die jetzt beginnende Detailplanungsphase und die anstehenden Tiefbauarbeiten. In der Nähe des Feuerwehrhauses wird zunächst der Hauptknotenpunkt (PoP = Point of Presence) in Garagengröße errichtet. Von hier aus werden die Glasfaserleitungen zu den Umverteilern (DP = Distribution Point) und von dort bis in jede Straße und in jedes teilnehmende Haus verlegt. Dank hochmoderner Verlegungsmethoden wie z. B. dem Spül-Bohr-Verfahren werde kaum oder gar nicht gebuddelt. Geöffnete Gräben würden meist am gleichen Tag wieder verschlossen, wobei die Gräben nur 15 Zentimeter breit und 40 Zentimeter tief sind. Die darin verlegten Kabelstränge hätten eine Haltbarkeit von rund 50 Jahren. Regionalmanager Herman van Voorst lobte übrigens Bürgermeister Luge für seine Weitsicht, zum neuen Echinger Gesundheitszentrum bereits entsprechende Leerrohre für Glasfaser einbauen zu lassen, ebenso bei der Sanierung der Windachbrücke.

Bereits bis Weihnachten werden die ersten Echinger mit dem blitzschnellen Glasfaser surfen können. Ob das auch in Schondorf so sein wird, steht noch in den Sternen. Dort haben sich bis zum Stichtag am 18. Juli nur 31 Prozent der Haushalte für das Angebot der Deutschen Glasfaser entschieden. Darum wurde jetzt der Aktionszeitraum bis zum 8. August verlängert. Als nächstes Projekt am Ammersee-Westufer würde die Gemeinde Greifenberg angegangen, so Projektentwickler Rainer Staar zum KREISBOTEN.

Dieter Roettig

Meistgelesene Artikel

Wieder das eigene Wasser

Kaufering – In jüngster Vergangenheit sahen sich die Bürger von ihrer Marktgemeinde unzureichend mit Informationen versorgt. Für den nicht …
Wieder das eigene Wasser

Umbau für eine "strahlende Zukunft"

Landsberg – Aus Irland direkt in die Lechstadt: Richard Kingston (CMC Capital) hat am Mittwoch mit Erfolg für das neue Lechland-Center geworben. Eine …
Umbau für eine "strahlende Zukunft"

Mit High-Tech auf Raserjagd

Landsberg – Wird in Landsberg besonders brav Auto gefahren? Diesen Schluss legen die Zahlen nahe, die Ordnungsamt-Chef Ernst Müller am Mittwochabend …
Mit High-Tech auf Raserjagd

Kommentare