Aus Kamerun zum SPD-Empfang

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Das Ehrenamt stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfanges der Landsberger SPD. Dr. Soeren Gatz (vorne links) vom Verein „Humanitäre Hilfe e.V. am Klinikum Landsberg“ berichtete über seine ehrenamtliche Tätigkeit in einem Kameruner Krankenhaus. Neben ihm Dolmetscherin Valerie Minor und der Kameruner Klinikchef Dr. Francois Djomou.

Landsberg – Das Ehrenamt stand im Mittelpunkt des diesjährigen Neujahrsempfanges der Landsberger SPD. Im Rathausfestsaal begrüßte SPD-Vorsitzender Dr. Albert Thurner viele Ehrengäste und viele Landsberger, die ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen oder Organisationen tätig sind.

Die weiteste Anreise hatte aber zweifellos Dr. Francois Djomou, seines Zeichens Arzt und Direktor eines Krankenhauses in Kamerun. Eingeladen hatte ihn Dr. Soeren Gatz, lange Jahre Oberarzt am Klinikum Landsberg und nun seit einigen Tagen offiziell in Rente. Er gehört zu einer Gruppe Mediziner und Krankenschwestern, die sich im Verein „Humanitäre Hilfe e.V. am Klinikum Landsberg“ zusammengeschlossen haben. Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, das 1906 von deutschen Ordensschwestern ge­- gründete „Hopital Protestant de Ndounge“ wieder in Schwung zu bringen – ehrenamtlich natürlich. Selbst ihre Flüge nach Kamerun haben die Mediziner selbst bezahlt. 

Unterstes Niveau

Bevor jedoch Soeren Gatz einen Überblick über die humanitäre Landsberger Hilfe geben konnte, ging Albert Thurner auf die aktuellen politischen Themen ein. Es war auch eine Abrechnung mit der CSU. Als „unterstes Stammtischniveau“ bezeichnete der Landsberger SPD-Chef die Parole „Wer betrügt, der fliegt“. Damit werde die notwendige politische und gesellschaftliche Debatte vergiftet, sagte Dr. Albert Thurner und fügte hinzu, „man mache Menschen wieder zu Sündenböcken, an denen sich dann weiß Gott welche Idioten abreagieren möchten“. Ebenso klar gab Thurner aber auch zu verstehen, dass der Missbrauch von Sozialleistungen, egal ob von Deutschen oder Ausländern, unterbunden werden müsse. Die Arbeitsplätze vor Ort sichern und weitere anzusiedeln sei eines der politischen Ziele der Landsberger SPD, so Thurner.

Weiter wolle man die Energiewende und den Klimaschutz auch auf kommunaler Ebene voranbringen und natürlich die kommunale Infrastruktur erhalten und ausbauen. Als Beispiel nannte Thurner, dass sowohl die SPD wie auch der Landratskandidat Markus Wasserle für den Erhalt des Greifenberger Freibades eintreten. Schließlich war Dr. Gatz zum Thema Ehrenamt an der Reihe. Anhand von Lichtbildern belegte er eindrucksvoll, welche Arbeit bereits hinter den Helfern in Kamerun liegt. Das Hospital habe weder über ein Ultraschall- noch ein Röntgengerät verfügt. Aber auch die sonstige technische Ausstattung sei mangelhaft gewesen, von den hygienischen Zuständen ganz zu schweigen.

Inzwischen entspreche das Leitungs­-wasser dem Hotelstandard. Auch ein neuer Stromgenerator sorge für mehr Sicherheit bei Operationen. Dr. Gatz bedankte sich auch beim SPD-Landratskandidat für dessen Beitrag zum Projekt. Wie im KREISBOTEN berichtet, hatte Markus Wasserle als Inhaber einer Gebäudereinigungsfirma einen Mitarbeiter ent­sandt, der bei der Umsetzung der Hygienestandards wertvolle Hilfe leisten. „Ameisen im Operationssaal sind nicht gut“, meinte der Internist.

Andere Wege gehen

In der Flüchtlingspolitik sieht der Landsberger Mediziner für 2014 eine große Aufgabe. Er forderte, andere Wege zu gehen und nicht nur die Grenzen dicht zu machen. Den Menschen in vielen Teilen Afrikas gehe es so schlecht, dass sie sogar den Tod im Mittelmeer in Kauf nähmen. „Wir wollen“, so Gatz, „mit unserem Projekt helfen, die Lebensbedingungen so zu gestalten, dass die Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive haben“. Das Kameruner Krankenhausprojekt ist nicht das einzige mit deutscher Beteiligung. Renate Kindermann, Leiterin der Mittelschule Kaufering, ist seit Jahren für ihr Schulprojekt „Luca Elias Wöls School Shukai“ in Kamerun engagiert.

Siegfried Spörer

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