Wohnungssuche ist Thema

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Das ehemalige Therapiezentrum in Bischofsried ist die größte Flüchtlingsunterkunft in Dießen. Hier leben 50 der rund 75 Asylbewerber.

Dießen – Was die rund 75 Flüchtlinge, die derzeit in Dießen und in den Ortsteilen leben, brauchen, machte Michaela Kanzler, Mitbegründerin des Netzwerks Asyl Ammersee in der jüngsten Gemeinderatssitzung unmissverständlich klar: „Große Themen sind Jobs und Wohnungen“.

Mehrere Flüchtlinge aus Afghanistan und Eritrea leben bereits seit eineinhalb Jahren in Riederau. „Wenn sie keine Aufgabe haben, verlieren sie jeglichen Bezug zur Realität“, betonte Kanzler. Positiv sei, dass mittlerweile einige wenige Jobs in der Gastronomie gefunden hätten, andere kennen sich in der Landwirtschaft gut aus. Grundsätzlich könnten Asylbewerber, die länger als 15 Monate im Land sind eine Arbeit annehmen ohne dass eine „Nachrangigkeitsprüfung“ durchzuführen sei. 

Ganz konkret bat Kanzler darum, etwa im kommunalen Bauhof eine Stelle zu schaffen. Bürgermeister Herbert Kirsch bestätigte, dass darüber bereits nachgedacht werde: „Wir werden eine Möglichkeit finden.“ Bei einem 450-Euro-Job bleiben am Monatsende rund 40 Euro im Portemonnaie des Flüchtlings. Der Rest, so Kanzler, werde mit den Zuwendungen aus dem Asylbewerber- leistungsgesetz verrechnet. „Trotzdem motivieren wir die Leute, eine Arbeit zu suchen“. 

Dies sei wichtig für Selbstwertgefühl und Integration. Noch nicht anerkannte Flüchtlinge, die mehr als 450 Euro verdienen, müssen anteilig auch Miete in ihrer Unterkunft bezahlen. Grundsätzlich müssen Jobs für Flüchtlinge beim Arbeitsamt angemeldet und genehmigt werden. Vorgeschrieben ist der Mindestlohn von 8,50 Euro. Bei den syrischen Flüchtlingen in Obermühlhausen, so Ortsteilsprecherin Christine Stedele, sehe es etwas anders aus. Hier sei die Anerkennung nur noch Formsache. Sieben von Neun hätten diese bereits erhalten. Nun sei aber auch Wohnungssuche ein Thema. Denn erst wenn eine Wohnung gefunden sei, dürfen Angehörige nachkommen. Um kleinere Wohnungen für den Übergang zu finden, habe sie bereits bei der Tourist-Info angefragt. 

Aber es sei schwierig, in Dießen bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Kosovaren in Bischofsried, so Kanzler, hätten bereits alle eine Ausreiseanforderung erhalten. Für sie gibt es keine Hoffnung auf Anerkennung und einige hätten sich schon auf den Weg gemacht. Nachgerückt sind bislang vier Flüchtlinge aus Afghanistan. Petra Sander (Grüne) bat darum, die bereits vor Monaten von Landrat Thomas Eichinger angekündigte Info-Homepage für Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer bald einzurichten. Wer einen Arbeitsplatz oder Wohnungen anbieten kann, wird gebeten sich beim Netzwerk Asyl zu melden unter Tel.: 08807/94108 oder 4678.

Ursula Nagl

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