Für mehr Anerkennung

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Nachahmenswert? Der Landkreis Ostallgäu gibt aktuell die „Königscard“ als Ehrenamtskarte aus.

Landkreis – Vor gut zwei Jahren wurde die Einführung der Ehrenamtskarte vom Kreisausschuss abgelehnt. Nun hat die CSU einen neuen Anlauf gestartet. Die Karte könne „als wichtiges Instrument der Anerkennungskultur im ehrenamtlichen Bereich eingesetzt werden“, heißt es im Antrag der Kreistagsfraktion. Im Kreisausschuss stieß die Idee auf ein geteiltes Echo.

Aufwind bekommt die CSU durch die Tatsache, dass die 2011 im Freistaat eingeführte Ehrenamtskarte sich inzwischen recht weit verbreitet hat. Von 71 Landkreisen und 25 kreisfreien Städten würden mittlerweile 68 an dem Projekt teil- nehmen, hieß es im Sachvortrag. Allerdings habe eine Studie der Hochschule München ergeben, dass die Hälfte der Besitzer mit der Ausgestaltung der Karte eher unzufrieden ist und genauso viele angaben, dass ihnen andere Wege der Anerkennung wichtiger wären. Tat­sächlich genutzt werde die Karte, die unter anderem Rabatte beim Einkaufen und bei Eintrittspreisen verspricht, von zwei Dritteln der Besitzer.

An den Gegenargumenten hat sich aus Sicht der Skeptiker nichts geändert. Die Karte sei ein „missglücktes Konstrukt“, denn sie schaffe eine Zwei-Klassen-Gesellschaft der Ehrenamtlichen, kritisierte Dr. Albert Thurner (SPD). Sie ist an Voraussetzungen geknüpft – durchschnittlich fünf Stunden freiwilliges Engagement in der Woche oder im Rahmen von Projektarbeiten mindestens 250 Stunden im Jahr. „Die Hürden sind ziemlich hoch“, gab Moritz Hartmann (GAL) zu bedenken. Für die Mitglieder von Rettungsdiensten und freiwilligen Feuerwehren gelten sie allerdings nicht.

Die Befürworter wünschen sich für die Karte eine möglichst attraktive Ausgestaltung. Man müsse ein entsprechendes Konzept erarbeiten, forderte Landrat Thomas Eichinger (CSU). So könne man den Karteninhabern zum Beispiel Vergünstigungen beim Besuch der Landkreisbäder anbieten. Ein Beschluss wurde noch nicht gefasst.

Ulrike Osman

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