Ausgezeichnet

Migration: Kirchengemeinde geht mit Vorbild voran

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Sie nahmen den Ehrenamtspreis für das Projekt „Die Welt in unserer Gemeinde“ entgegen: die Delegation der Pauluskirche Kaufering um Diakon Alfred Mayer (2. v. rechts) sowie die Projektleiter Elke und Kurt Puskeppeleit (hinten, 4. und 5. von links).

Kaufering/München – Die Ev.-Lutherische Kirchengemeinde Kaufering ist für ihr Engagement bei der Migration ausgezeichnet worden. Am Samstag nahmen die Leiter der Projekts „Die Welt in unserer Gemeinde“, Elke und Kurt Puskeppeleit, in der Münchener St. Markuskirche einen von vier mit 1000 Euro dotierten Ehrenamtspreise der Bayerischen Landeskirche entgegen.

„Sie bauen eine Brücke, die den Menschen einen Weg in unsere Gesellschaft hinein bahnen soll“, sagte Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler in ihrer Laudatio. Etwa 50 Kauferinger Gemeindeglieder helfen Migranten und Asylbewerbern mit Sprachkursen, Unterstützung bei Behördengängen und gemeinsamen Aktivitäten wie Gitarrenkurs und Schwimmunter­- richt, Feste, Ausflüge und Wanderungen. Gespräche über Sitten und Gebräuche in Deutschland und den Herkunftsländern der Menschen helfen beim Einleben. Breit-Keßler lobte, dass die Kauferinger vor dem Schicksal der Migranten nicht die Augen verschlossen hätten, son­dern „mit Offenheit, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe“ auf sie zugehen würden und ihnen damit zeigten, dass sie will­kommen seien.

Kurt und Elke Puskeppeleit arbeiten seit mehr als 15 Jahren mit Asylbewerbern und Menschen mit Migrationshintergrund, seit 2011 sind sie in Kaufering tätig. Ihr Projekt „Die Welt in unserer Gemeinde“ entwickelte sich rasant mit dem Aufruf des früheren Bürgermeisters, Dr. Klaus Bühler, sich ehrenamtlich für die in der Ge­meinde erwarteten Asylbewerber zu engagieren. So waren viele Engagierte von Anfang an aktiv involviert, noch bevor die ersten Asylbewerber ankamen. Im Moment leben 180 Flüchtlinge im Landkreis, etwa 100 davon in der Marktgemeinde.

Das Kauferinger Projekt hat Vorbildcharakter. Andere Gruppen sind an den gemachten Erfahrungen interessiert. Diakon Alfred Mayer: „Je positiver die Begegnung der Asylbewerber kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland mit Einheimischen ist, desto leichter ist es für sie, sich an die neue Lebenssituation anzupassen.“

In Kaufering habe sich gezeigt, dass Asylsuchende auch gerne selbst aktiv werden. Zum dritten Mal wird am kommenden Samstag ein Film über ein Nomadenvolk im Iran gezeigt. Einer der drei Filmemacher lebt jetzt in der Marktgemeinde.

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