Herkomer trifft Wolfmüller

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Konstantin Moreth als Alois Wolfmüller.

Landsberg – Das Jahr 2014 steht in Landsberg ganz im Zeichen Hubert von Herkomers. Doch auch ein zweiter berühmter Sohn der Stadt hat ein Jubiläum: Alois Wolfmüller, der zusammen mit Hans Geisenhof das erste serienmäßig hergestellte Motorrad patentieren ließ, würde heuer seinen 150. Geburtstag feiern.

Grund für das Stadttheater, beiden ein eigenes Stück zu widmen. 

„Die Idee entstand, als wir uns überlegten, was unser Beitrag zum Herkomerjahr sein könnte“, erzählt Theaterleiter Florian Werner im Gespräch mit dem KREISBOTEN. „Ein Stück allein über Herkomer schien ein wenig fad, dann kamen wir darauf, dass auch Wolfmüller ein Jubiläum hat.“ „Wir“ bedeutet in dem Fall Florian Werner selbst und Autor Herbert Walter, in der Landsberger Theaterszene durch Inszenierungen am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium und in der landsberger bühne („Kinder des Regenbogens“, „Der bairische Hiasl“) bekannt. 

Walter begann also etwa vor einem Jahr damit, ein Stück über diese beiden Landsberger Persönlichkeiten zu schreiben, historische Details dramatisch umzusetzen und so der (fiktiven) Frage nachzugehen: Was wäre geschehen, wenn die beiden sich begegnet wären? „Wichtig ist uns, dass es kein Historienstück ist, auch wenn Teile auf den Aufzeichnungen Herkomers beruhen. Es geht mehr um die Dinge, die hinter den Lebenswegen stehen: das Visionäre, das Spannungsfeld zwischen Fortschritt und Tradition und ein Freiheitsdrang, der alle drei Figuren prägt“. Drei? Walter hat dem Maler und dem Erfinder eine dritte Person dazugestellt, einen alten, blinden Mann, der täglich am Lech sitzt. Als Schauspieler konnten drei Profis gewonnen werden, die geradezu prädestiniert für ihre Rollen scheinen: Hubert von Herkomer wird von dem Münchner Schauspieler Johannes Schön verkörpert, der die Landsberger Zuschauer zuletzt als Faust („Faust, die Frauen und das Wasser“) begeistert hat. 

Auch Wolfgang Czeczor (der alte Mann) war schon in Landsberg zu Gast („Kafka und Stevenson“) und ist öfter im Fernsehen zu sehen, zuletzt im Münchner „Tatort“. Auch „Alois Wolfmüller“ ist ein alter Bekannter: der Regisseur und Schauspieler Konstantin Moreth, der mit verschiedenen Produktionen im Stadttheater zu erleben war („Dracula“, „Blau“) und Regie bei der Jubiläumsvorstellung des landsberger bühne „Das Weiße Rössl“ geführt hatte. Regie bei „Kehrwasser“ führt der Autor Herbert Walter, die Bühnenkonzeption übernimmt Florian Werner. „Wir sind sehr gespannt“, erklärt Werner, „Es wird ein interessantes Stück, ein Stück, das auf Landsberg zugeschnitten ist.“ Die Premiere von „Kehrwasser“ ist am 26. September, 20 Uhr, weitere Vorstellungen: 27. September und 1. Oktober, jeweils 20 Uhr.

Patricia Eckstein

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