Eigentum wiegt schwerer

Da wird sich wohl ein Plätzchen finden lassen… Cartoon: Pfeffer

Wohin mit der Urnenwand auf dem Geltendorfer Friedhof? Der Gemeinderat möchte sie an der Haupt­achse, nahe des Eingangs bei der Grotte, platzieren. Doch Werner Leitenstorfer, der Architekt des Friedhofs, lehnt das ab und pocht auf sein Urheberrecht. „Dieser Standort ist mitten im Gräberfeld und stört das Gesamtbild“, so sein Argument. Nun wird nach einem Kompromiss gesucht.

Die Urnenwand gehört zu jenen Themen, an denen schon die Vor-Vorgänger der jetzigen Gemeinderäte erfolglos herumlaborierten. Nachdem der neue Friedhof zwischen 1989 und ’91 gebaut worden war, begann bereits 1999 die Diskussion um Urnenbeisetzungen, entweder auf einem Urnenfeld oder eben in einer Urnenwand, eventuell integriert in die Außenmauer einer Aussegnungshalle. Dafür fehlte jedoch damals das Geld, und so schlief das Thema wieder ein. Seit 2001 hat der Gemeinderat laut Leitenstorfer „schon mehrfach ein Urnenfeld beschlossen, mir aber nie einen Planungsauftrag erteilt“. Inzwischen ist der Architekt in Rente gegangen. Der amtierende Gemeinderat favorisiert ohnehin eine Urnenwand. Da die Mittel für den Bau einer Aussegnungshalle fehlen, soll es ein freistehendes Bauwerk werden – am liebsten am Hauptweg. Leitenstorfer möchte die Wand dagegen direkt an der Friedhofsmauer platzieren oder sie sogar in die Mauer integrieren. „Dort wäre sie aus dem Blickfeld und könnte bei Bedarf problemlos erweitert werden.“ Ob der Architekt aufgrund seines Urheberrechts den vom Gemeinderat gewünschten Standort verhindern kann, ist laut Fachanwalt Manfred Lutzenberger nicht klar. Von ihm ließ sich der Gemeinderat die rechtliche Situation erläutern. „Dem Urheberrecht steht das Eigentumsrecht der Gemeinde ge­gen­über, das höher gewichtet werden könnte.“ Auf einen Rechtsstreit will man es trotzdem nicht ankommen lassen. Nun soll der Bauausschuss gemeinsam mit Leitenstorfer nach einer einvernehmlichen Lösung suchen.

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