Eimer marsch!

Zumindest zweckmäßig sollten sie sein, die Container an der Fritz-Beck-Hauptschule: Was das genau bedeutet, darüber ist man im Stadtrat geteilter Meinung. Foto: Peters

Für die einen ist es fast schon ein Skandal, für die anderen eine zumutbare Übergangslösung, wenn in den neuen Schulcontainern an der Fritz-Beck-Hauptschule kein fließendes Wasser zur Verfügung steht (der KREISBOTE berichtete). Nun hat Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) im Stadtrat ein Machtwort gesprochen: Alles bleibt, wie es ist.

Dass OB Lehmann überhaupt Stellung zu dem Antrag der UBV, die Schulcontainer nachträglich mit fließendem Wasser auszustatten, bezog, erklärte er mit dem breiten Echo, das die Diskussion durch die Berichterstattung in den Medien ausgelöst hatte. Denn eigentlich, machte Lehmann klar, falle die Entscheidung in die alleinige Zuständigkeit des Stadtoberhaupts, da es sich dabei um eine „laufende Angelegenheit der Verwaltung“ handle. Die Geschäftsordnung der Stadt Landsberg stattet den Oberbürgermeister mit der Befugnis aus, Fälle, die „keine grundsätzliche Bedeutung haben und keine erheblichen Verpflichtungen erwarten lassen“, selbst ohne Einbeziehung des Stadtrates zu erledigen. Manch Stadtrat sah die Voraussetzungen für ein solches Vorgehen in diesem Fall allerdings nicht gegeben. Selbstverständlich sei man bei der Entscheidung über die Anschaffung der Container davon ausgegangen, dass diese mit so alltäglichen Dingen wie Strom und Wasser ausgestattet seien, erklärte Christoph Jell (UBV). Dass man den Wasseranschluss in der Beauftragung nicht berücksichtigt habe, sei ein Fehler gewesen, der nun korrigiert werden müsse. Sinnlose Investition Lehmann jedoch ließ sich von den Vorwürfen nicht beirren. Er unterstrich noch einmal, dass er eine Investition von 25000 Euro für die nachträgliche Installation von fließendem Wasser für nicht sinnvoll halte. „Im Unternehmen gibt es auch nicht in jedem Zimmer ein Handwaschbecken.“ Die Situation sei daher vielleicht nicht glücklich, aber durchaus vertretbar, da es sich bei der Container-Lösung um ein zeitlich befristete Maßnahme handle. „Dafür jetzt noch mehr auszugeben, wäre Geld zum Fenster rausgeschmissen.“ Dass die Schüler nun zum Wischen der Tafel Wassereimer ins Klassenzimmer schleppen müssen, sei im Übrigen auch einer Entscheidung der Schulleitung geschuldet. „Wir hatten angeboten, statt der normalen Kreidetafeln sogenannte weiße Tafeln, die mit speziellen Stiften beschrieben werden, zu installieren.“ Dies sei jedoch aus pädagogischen Gründen abgelehnt worden. Gewagte Entscheidung Ruth Satzger (Grüne) nannte die Entscheidung des Oberbürgermeisters „gewagt“, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Stadt an anderer Stelle, etwa beim „Eistraum“ in der Innenstadt, ein hohes Defizit klaglos in Kauf nehme. „Mir je­den­- falls wäre das fließende Wasser das Geld eher wert.“ Am Ende der lebhaften Diskussion durften Satzger und ihre Ratskollegen schließlich doch noch die Hände heben – allerdings nicht, weil Lehmann seine Meinung über die Zuständikgeit geändert hatte, sondern um die Entscheidung des Stadtoberhaupts zur Kenntnis zu nehmen.

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Ein Blick über den Tellerrand

Dießen – „Wenn ich an seinem Ufer steh weiß ich, ich liebe ihn, den Ammersee“ – mit einer Hymne auf Dießen und den Ammersee, gesungen und gespielt …
Ein Blick über den Tellerrand

Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Landsberg – Er ist zweifellos der vielseitigste aber auch streitbarste Schauspieler und Filmemacher Deutschlands: Til Schweiger. Mit rund 50 …
Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Kommentare