Eine Marke mit Zukunft

Die Landsberg-Ammersee Bank ändert nicht nur ihren Namen, sondern will sich auch vergrößern und die Räume des Altstadt-Cafés in der Zukunft selbst nutzen. Foto: Kruse

Irgendwie ist es dem Vorstand der Landsberg-Ammersee Bank eG wohl zu bunt geworden. „Auch nach neun Jahren hat sich unsere Marke nicht durchgesetzt“, so Klaus Schmalholz. „Selbst unsere Kunden nennen immer wieder falsche Namen oder verwechseln uns mit anderen Genossenschaftsbanken im Landkreis.“ Dazu kam, dass „sich fälschlicherweise der Name 'VR-Bank Landsberg' für die Geschäftsstelle der VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg am Hauptplatz zu etablieren begonnen hat.“ Damit ist Schluss: Schon in den nächsten Wochen wird aus der „Landsberg-Ammersee Bank“ die „VR Bank Landsberg-Ammersee“.

Wer nun denkt, dass so eine Namensänderung keine große Sache ist, liegt falsch. „Wir befinden uns im Wettbewerb mit anderen Banken und da ist eine Marke viel wert“, so Schmalholz bei der Pressekonferenz zur „Strategischen Neuausrichtung“. Man sei immerhin „die mit weitem Abstand größte selbstständige Genossenschaftsbank im Landkreis“ und wolle auch so wahrgenommen werden (siehe Vergleichstabelle). Schmalholz: „Wenn nach der größten Bank nach der Sparkasse gefragt wird, würden wir gerne genannt werden. Dazu müssen die Leute aber auch unseren richtigen Namen kennen.“ Von den Mitgliedern ist die Umbenennung bereits mit deutlicher Mehrheit (91 Ja-, 7 Nein-Stimmen) genehmigt, auch beim Notar waren die Vorstände schon, um die Marke möglichst schnell beim Registergericht eintragen zu lassen. „Der Name war frei, es war unser Ziel, ihn zu besetzen. Die Marke VR-Bank wird es im Landkreis nur einmal geben. Und wer sie hat, hat sie für immer“, freute sich der Bankchef über seinen gelungenen Coup. Die neuen Logos wurden quasi über Nacht entwickelt, sobald die Eintragung beim Registergericht erfolgt ist – was in ein bis zwei Wochen erledigt sein dürfte – , sollen sie durchgängig verwendet und auch gleich neue Bankschilder enthüllt werden. Doch nicht nur am neuen Namen soll das Selbstbewusstsein der Bank deutlich werden. Der demnächst auslaufende Vertrag mit dem Pächter des Altstadt-Cafés in der Fußgängerzone wird nicht verlängert werden, stattdessen wird die Bank die Räume (die ihr gehören) umbauen und selbst nutzen und somit auch optisch in breiter Front am Landsberger Hellmairplatz aufgestellt sein. Schmalholz: „Der Verwaltungssitz bleibt in Kaufering, aber der Vorstand zieht nach Landsberg.“ Nach Umbauten am Rückgebäude soll den Firmenkunden das wertvolle Gut von kostenfreien Parkplätzen in der Altstadt angeboten werden, die Berater steigen im Gegenzug auf Fahrzeuge der Marke Smart um. „Wir können den Platz nicht vergrößern, also machen wir unsere Autos kleiner“, sagt der Vorstandschef. Auch in zwei anderen Bereichen geht man in die Offensive: Mit einer eigenen Direktbank will man Anlagevermögen zurückholen, dass Kunden der Bank bei der Konkurrenz investiert haben. „Wir werden das gleiche Zinsniveau wie andere Direktbanken anbieten und zudem das gute Gefühl, dass man bei einer Genossenschaftsbank anlegt. Damit gibt es keinen Grund mehr, das Geld bei der Konkurrenz zu lassen.“ Zudem stößt die VR-Bank das Projekt „BürgerEnergie“ an und verfolgt damit mehrere Ziele, wie Schmalholz erläutert. „Die Kommunen sind in Sorge, dass bei den regenerativen Energien Investoren von irgendwoher kommen und Erträge und Steuern dementsprechend abfließen. Hier bieten wir uns als Partner an. Außerdem soll wirklich jeder Bürger schon mit 500 oder 1000 Euro Beitrag in diese Energien investieren können.“ Ein Nebeneffekt: „Die Akzeptanz für ein Windrad beim Einzelnen ist viel größer, wenn er weiß, er verdient daran, wenn es sich dreht.“ Nur ein Standardwerkzeug gehört derzeit nicht zur „Strategischen Neuausrichtung“: eine Fusion. „Ich kann klar sagen, dass wir keine Expansionsgelüste haben, ich sehe im Moment keine Fusion. Wenn aber jemand fusionieren will, wären wir gerne die Bank, die aufnimmt – wir lassen uns sicher nicht aufnehmen.“ Bleibt nur noch die Frage, was mit dem Schild des Wettbewerbers am Hauptplatz geschieht. Dort prangt bislang in großen Lettern „VR-Bank“ an der Fassade.

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