Eine wahre "Schatztruhe"

Seitdem die Kleiderspenden im BRK-Kleiderladen in der Katharinenstraße abgegeben werden, hat sich die Qualität der Waren verbessert. Doch nicht nur deswegen ist der Name „Schatztruhe“ für den Kleiderladen so zutreffend. In den angemieteten Räumen kümmern sich 29 ehrenamtliche Helfer mit viel Sorgfalt um die Waren und stehen den Kunden bei der Suche und Auswahl zur Seite. Und ein Ohr für manche Sorge haben sie obendrein.

„Als die Spenden noch anonym in der Garage neben der Geschäftsstelle in der Max-Friesenegger-Straße abgestellt werden konnten, hat das Rote Kreuz vieles davon auf eigene Kosten entsorgen müssen“, erzählt Gabriele Schmidt, die Leiterin der „Schatztruhe“. Geld, das das Rote Kreuz sinnvoller nutzen wollte und deshalb vor gut sechs Monaten den Kleider­laden eröffnete. Zu Beginn kümmerte sich ein Team von 15 ehrenamtlichen Helfern erst um die Einrichtung des Ladens, später auch um die Annahme und den Verkauf der Kleidung. Heute stellen 29 Helfer ihre Dienste der „Schatztruhe“ zur Verfügung. Das Geschäft ist an drei halben Tagen in der Woche und jeden ersten Samstag im Monat geöffnet (siehe Infokasten). Gabriele Schmidt, die schon die Kleiderkammer im BRK-Keller betreute, freut sich über die hellen Räume. Sie erinnert sich: „Der Gang in den Keller kam den Bedürftigen wie eine Strafe vor.“ Deswegen wurde er nur von einem kleinen Kreis genutzt.“ In die „Schatztruhe“ in bester Lage Landsbergs dagegen kommen viel mehr Menschen. „Auch wenn der Laden für alle offen ist, war es unser Ziel, möglichst viele der Notleidenden zu erreichen. Und wir wollten weg von dem Schmuddelimage der Kleidercontainer“, sagt Schmidt. Die Preise liegen zwischen drei und fünf Euro, selten darüber. Wer einen Sozialausweis des Roten Kreuzes oder der Landsberger Tafel hat, bezahlt nur die Hälfte. Die Lage des Ladens demonstriert auch, dass Armut und Not nicht versteckt werden dürfen, sondern Teil unserer Gesell­schaft sind. Andersherum ist der Laden ein sichtbarer Aufruf zu Helfen. Nicht zuletzt deshalb kommen die Kleiderspenden häufig von Menschen, für die es von Bedeutung ist, dass ihre Kleidung noch einen sinnvollen Zweck erfüllt. Einigen mag es unangenehm sein, ihre ausrangierten Jacken oder Pullover per­sönlich abzugeben. Aber Gabriele Schmidt und ihre Helfer geben mit ihrer warmherzigen und offenen Art allen ein gutes Gefühl. In dieser entspannten Atmosphäre finden oft herzliche und per­sönliche Gespräche zwischen den Spendern und den Helfern statt. Auch den Menschen, die dort einkaufen, stehen die Helfer zur Seite. „Es geht uns nicht nur um die Kleider. Uns liegt auch daran, ein Netzwerk der Mitmenschlichkeit aufzubauen. Es geht darum, enger zusammenzurücken und da zu sein, wo Hilfe benötigt wird“, fasst Gabriele Schmidt die übergeordneten Gründe für ihr eigenes Engagement und das der 29 ehrenamtlichen Helfer zusammen. Die "Schatztruhe" in aller Kürze: • „Schatztruhe“, Der Rot-Kreuz-Shop in Landsberg, Katharinenstraße 2 1/2, Parkplätze direkt vor dem Haus; • Öffnungszeiten: Mo., 15 - 18 Uhr; Do. u. Fr. 9 - 12 Uhr; jeden 1. Samstag im Monat von 9 - 12 Uhr. • Kleiderspenden: Die Abgabe der Kleiderspenden ist nur während der Ladenöffnungszeiten möglich. • Ehrenamtliche Mitarbeit: Informationen gibt es beim BRK in Landsberg unter Tele­fon 08191/9188-0. bas

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