Einsam unter vielen

Viele helfende Hände waren nötig, um die seltene Elsbeere an ihren Bestimmungsort auf der städtischen Obstwiese zu befördern. Foto: kb

Buche, Esche, Ehrle, Eiche: Die Namen dieser bekannten Baumarten mag bei manch einem Erinnerungen an die Schulzeit hervorrufen, als man stundenlang durch die Wälder irrte, um für den Biologie-Unterricht möglichst viele Blätter unterschiedlicher Baumarten zu sammeln. Die Elsbeere dürften dabei die allerwenigsten in ihrem Reportoire gehabt haben: Der Alleebaum ist selten geworden in Bayern. So selten, dass die Kreisgruppe Landsberg der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) damit begonnen hat, die Standorte vorhandener Elsbeerbäume zu erfassen.

Kaum noch jemand kenne den schönen Blütenbaum, bedauert Hans Streicher, der die SDW-Gruppe Landsberg leitet. Dabei spricht laut Streicher einiges für die Elsbeere, die im Mai ein weißes Blütenkleid ziert und im Herbst als einer der ersten Bäume eine goldgelbe Laubfärbung zeigt: Als Nutzholz angepflanzt entwickelt sie astfreie Stämme, die für Möbel und Furniere sehr begehrt sind. Zudem gedeiht die Elsbeere besonders gut an trocken-warmen Standorten und gilt wegen der Klimaerwärmung daher als zukunftsträchtiger Waldbaum. Die ersten Standorte der auf der Liste der bedrohten Baumarten stehenden Elsbeere braucht Streicher derweil nicht lange zu suchen. Gemeinsam mit Schülern der Garten AG der Schlossbergschule pflanzte Streicher kürzlich ein Exemplar vor der Landsberger Stadtmauer. Die „schöne Else“ ist dort nicht alleine: Neben zahlreichen anderen Bäume stehen dort bereits drei alte Elsbeeren, die vor rund 100 Jahren auf der städtischen Obstwiese als Nutzbäume gepflanzt worden waren.

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