Turm wird überflüssig

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Kauferings Feuerwehrkommandant Markus Rietig erhielt vom Marktgemeinderat ein einstimmiges Votum für die Abschaffung einer Kompakt-Schlauchtrocknungsanlage.

Kaufering – Die freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hält die Anschaffung einer neuen Schlauchtrocknungsanlage für sinnvoll und notwendig. Feuerwehrchef Markus Rietig erläuterte in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung den Räten die Notwendigkeit der Anschaffung dieser rund 60.000 Euro kostenden Anlage. Die Marktgemeinde kann allerdings mit Zuschüssen in Höhe von knapp 20.000 Euro rechnen.

Nach jedem Einsatz oder Übung müssen die Schläuche gereinigt und getrocknet werden. Dazu gibt es im Keller des Feuerwehrgebäudes eine entsprechende Anlage. Dann müssen die Schläuche auf Dichtigkeit geprüft werden. Vorgeschrieben ist ein Druckaufbau von 16 bar. Die 30 Jahre alte mängelbehaftete Kauferinger Anlage schaffe aber nur 10 bar und entspreche somit nicht den Vorschriften, betonte Rietig. Nach der Druckprüfung werden die Schläuche dann im Turm zum Trocknen aufgehängt.

Der Feuerwehrkommandant schlug vor, eine sogenannte Kompaktanlage anzuschaffen. Die habe den Vorteil, dass sie mit nur einem Mann oder auch Frau bedient werden könne. Bei der jetzigen Verfahrensweise benötige man drei bis fünf Feuerwehrleute. Rietig betonte, auch die Kauferinger Feuerwehr leide unter einem großen Personalmangel. Deshalb sei eine Kompaktanlage der richtige Weg. Falls das Feuerwehrgebäude einmal neu gebaut werden sollte, könne man dann auf den Schlauchturm verzichten. Als einziger im Marktgemeinderat konnte Gerhard Forster (UBV) sich mit der Variante Kompaktanlage nicht anfreunden. Der Kauferinger Feuerwehrreferent erklärte, nach seinen Kenntnissen sei die herkömmliche Methode die bessere Art. Er hielt es für sinnvoll, das Thema zu vertagen und stellte einen entsprechenden Geschäftsordnungsantrag. Kauferings Feuerwehrkommandant bestätigte, dass es „zwei Lager“ bei der Schlauchtrocknungsmethode gäbe.

Abgesehen von den technisch unterschiedlichen Methoden hatten die Marktgemeinderäte ein anderes Problem. Wie mehrfach berichtet, wird gegenwärtig ein Gutachten gefertigt, ob das vorhandene Gebäude ertüchtigt werden soll oder ob ein Neubau sinnvoller und günstiger ist. Mit der Anschaffung könne man sich eventuell zu frühzeitig festlegen. Rietig konnte die Bedenken zerstreuen. Die Kompaktanlage könne im heutigen Gebäude ebenerdig problemlos aufgebaut werden. Sollte das Feuerwehrgebäude komplett neu an anderer Stelle errichtet werden, könne die Schlauchtrocknungsanlage problemlos umziehen. Dem Vorschlag von Dr. Patrick Heißler (GAL), das Thema zunächst einmal zurückzustellen, fand bei Markus Rietig wenig Gegenliebe. Er befürchtet weitere Verzögerungen, falls das Gesamtkonzept auf einen Neubau hinauslaufe, der wohl vor dem Jahr 2020 auch nicht fertig werde.

Auch Manfred Huber von der Kauferinger Mitte sprach sich gegen eine Vertagung aus. Mit einer Zustimmung könne man ein Zeichen für die Verbundenheit zur Feuerwehr setzen, appellierte Sascha Kenzler (UBV) an seine Kolleginnen und Kollegen. Die Abstimmung über den Geschäftsordnungsantrag über eine Vertagung verlief negativ. Einstimmig fassten die Marktgemeinderäte dann den Beschluss, die Verwaltung mit der Ausschreibung einer Schlauchpflegeanlage zu beauftragen.

Siegfried Spörer

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