Einzigartige Flora und Fauna

Ramsar-Gebietsbeauftragter Christian Niederbichler fordert die Pfeifengraswiesen mit ihren Orchideenvorkommen noch besser zu schützen. Foto: Niederbichler

Dank der über Jahrhunderte hinweg schonenden Bewirtschaftung blieb im „Naturschutzgebiet Seeholz und Seewiese“ eine besonders reichhaltige Flora und Fauna erhalten, die nach Aussage des Leiters des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck (AELF), Hans-Jürgen Gulder, „einzigartig und ohne Zweitausprägung ist“. Um dies zu bewahren entwickelte das Amt einen Managementplan, der nun im Entwurf vorgestellt wurde.

Im Bildungszentrum Holzhausen trafen Referenten der Fachbehörden, Vertreter von Verbänden und Vereinen, Land­- wirte, Grundstücksbesitzer, Anwohner und Kommunalpolitiker am Runden Tisch zusammen. Grundsätzlich, betonte Förster Szvetorzar Sasics (AELF), sei es zur Pflege des Waldes, der von zwei meandernden Bächen durchzogen wird, wichtig, Totholz- und Biotopbaum-Anteile zu erhöhen. Als bedeutenden Aspekt arbeitete er auch den Erhalt der „Stieleichenmethusalems“ und die Verjüngung des Eichenwaldes heraus. Dazu seien auch waldbauliche Maßnahmen denkbar, um den Nachwuchs vor Wildverbiss zu schützen. Schließlich, so Sasics, seinen „die noch vorhandenen Reste an Eichenwäldern“ im Seeholz ein bevorzugter Lebensraum vieler seltener Arten, wie zum Beispiel des Eremit- oder Juchtenkäfers oder des Mittelspechts, der grobborkige Laubwälder für seinen Fortbestand benötigt. In Flachwasserbereichen sollten Nährstoffeinträge lokalisiert und reduziert sowie der Schilfschutz optimiert werden, regte der Ramsar-Gebietsbeauftragte Christian Niederbichler an. Störend seien zum Beispiel Bootsanlandungen und Badebetrieb. Für die Offenland-Lebensraumtypen, zu denen auch die Pfeifengraswiesen im Süden gehören, empfahl Niederbichler zu prüfen, ob alte Drainagerohre noch entwässernd wirken, um gegebenenfalls den Wasserhaushalt zu optimieren, sowie geeignete Maßnahmen zur Besucherlenkung und Information: „Viele, die ihre Hunde hier laufen lassen, wissen gar nicht, wie wertvoll diese Wiesen mit Enzianen und Orchideen sind.“ Hans Reinhart von der Ländlichen Eigentümergemeinschaft Utting regte dagegen an, das Seeholz „der Natur zu überlassen“. Dem konnte Natura-Beauftragter Stangl nicht zustimmen. Der Eichenwald, sei eine vom Menschen durch Weide­nutzung geschaffene Kulturlandschaft. Ohne Pflege würden die Eichen vom Buchen­- wald verdrängt. Auch ein Ankauf privater Flächen durch Naturschutzverbände sei schon vor Jahren diskutiert worden, aber man habe sich offensichtlich nicht über den Preis einigen können. Vom Kaufpreis her wird das Offenland im Süden als Streuwiese be­wertet. Grundstückseigentümer können den Managementplan „Naturschutzgebiet Seeholz und Seewiese“ beim AELF in Fürstenfeldbruck anfordern. Außerdem liegt der Plan im Rathaus Dießen und in Fürstenfeldbruck zur Einsicht aus.

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