"Alles in einen Topf werfen"

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Gemeinsame Sache in Bezug auf die Windkraft machen nun die Gemeinden Fuchstal und Denklingen.

Denklingen/Fuchstal – Eine ganz enge Zusammenarbeit wollen die Gemeinden Denklingen und Fuchstal zur Errichtung von Windkraftanlagen eingehen. Dafür werden sie eigens eine Gesellschaft gründen – rund 40 Windräder sollen dann auf der gemeinsamen Konzentrationsfläche entstehen.

Beide Gemeinderäte haben dem Vorhaben mit großer Mehrheit bereits zugestimmt: In Denklingen gab es bei der Abstimmung nur eine Gegenstimme, im Fuchstaler Rat fiel das Votum sogar einstimmig aus. Welch großes Gewicht diese Entscheidung hatte, zeigte schon allein die Tatsache, dass bei der Sitzung in Denklingen sogar der Fuchstaler Bürgermeister Erwin Karg und sein Kämmerer Gerhard Schmid in den Besucherreihen saßen und aufmerksam die Diskussion verfolgten. Aber schließlich sei eine Zusammenarbeit in dieser Form bisher einzigartig in Oberbayern, weiß Schmid.

Die Gemeinde Denklingen will im Rotwald Flächen für Windkraftanlagen ausweisen, und auf dem unmittelbar daran angrenzenden Waldgebiet wird die Gemeinde Fuchstal ihre Flächen für Windkraft bereitstellen. Geplant ist, dass es dann im ganzen südlichen Landkreis Landsberg nur diese einzige Konzentrationsfläche geben soll. Die anderen umliegenden Gemeinden im Lechrain sollen sich dann wiederum an Denklingen und Fuchstal anschließen und deren Planungshoheit dann an diese beiden Gemeinden übertragen – vorbehaltlich der Zustimmung der betreffenden Gemeinderäte. Zuletzt beschloss der Gemeinderat in Kinsau mit sechs zu zwei Stimmen, sich in Sachen Windkraft der Gemeinde Denklingen anzuschließen. Die große Mehrheit der Räte befürwortete eine Südallianz und so muss die Gemeinde Kinsau selbst keine Flächen für Windräder bereitstellen.

Rund 40 Windkraftanlagen sollen auf der gemeinsamen Konzentrationsfläche von Denklingen und Fuchstal entstehen. „Wir arbeiten bereits jetzt ganz intensiv mit der Gemeinde Fuchstal zusammen“, erklärte Denklingens Bürgermeisterin Viktoria Horber. „Deshalb macht es auch Sinn, dass unsere beiden Gemeinden die Sache gemeinsam vorantreiben.“ Schließlich sei ja die Gemeindegrenze in der Natur überhaupt nicht sichtbar, betonte Horber. Zudem seien durch die Kooperation deutliche Kosteneinsparungen möglich.

Die Besonderheit der Zusammenarbeit ist, dass beide Kommunen sich durch die Gründung einer Gesellschaft (voraussichtlich einer GmbH & Co. KG) sowohl die anfallenden Kosten als auch die anfallenden Gewinne teilen, wobei die Bürger sich als Kommanditisten einbringen können. Komplementärin soll dann die GmbH sein, deren Gesellschafter die beiden Gemeinden werden sollen. „Wir werfen alles in einen Topf“, brachte Bürgermeister Karg auf einen Punkt.

Nicht begeistert von den Windkraft-Planungen zeigte sich der Denklinger Gemeinderat Wolfgang Martin: „Ich habe Bedenken gegen die Aktion“, meinte er, denn Denklingen und Dienhausen wären dann „von 40 Windrädern eingerahmt“. Bürgermeisterin Viktoria Horber betonte, dass Denklingen und Dienhausen keineswegs eingerahmt würden, da die Windräder ja alle weit außerhalb im Staatsforst aufgestellt würden. Manuela Schmid

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