Der einzige Höhepunkt

Wenn die Polospieler mit ihren Pferden am Wochenende in Schwifting wieder dem kleinen Ball nachjagen, muss vor allem die Wiese mächtig leiden. Foto: Vinzent

Zwei große Turniere finden alljährlich beim Polo Club Landsberg-Ammersee auf der Spielanlage in Schwifting statt. Heuer musste erstmals das traditionelle Maiturnier witterungsbedingt entfallen. Umso mehr hoffen die Veranstalter auf ein erfolgreiches Polofest am kommenden Wochenende.

Erstmals werden beim Süddeutschen Polo Derby acht international besetzte Mannschaften mit insgesamt an die 130 Pferden zu Felde ziehen. „Wir hatten noch nie so viele Anmeldungen. Das bestätigt ein Stück weit unsere Arbeit. Die Turniere in Schwifting stehen in der Poloszene sehr hoch im Kurs“, freut sich Günther Kiesel, Präsident des hiesigen Polo Club. Um die Spannung sowohl für die Zuschauer als auch für die Spieler zu steigern, wurde für dieses Turnier aufgrund der Anzahl der Teams erstmals auch ein anderer Spielmodus wie sonst üblich gewählt. Am ersten Turniertag findet hierbei die Vorrunde, bestehend aus vier Partien, statt. Die Paarungen wurden hierbei im Vorfeld offiziell gelost. Die Mannschaften aus der Vorrunde, die nach dem ersten Spieltag die Platzierungen fünf bis acht erzielen, spielen dann an den beiden Folgetagen in einer eigenen Runde um die Texas Trading Trophy. Die vier Gewinnerteams der Vorrunde (Plätze eins bis vier) kämpfen um den Nissan Cup 2010 und somit um den Gesamtsieg des Turniers. „So sieht der Zuschauer am Sonntag gleich zwei Finalspiele – das große und das kleine Finale“, meint schmunzelnd der Deutsche Nationalspieler vom Polo Club Landsberg-Ammersee, Marco Kiesel. Die Hochburg der ältesten Mannschaftssportart Polo ist seit vielen Jahrzehnten zweifellos Argentinien. Die besten Spieler kommen von dort und einige Polistas sorgten auch hierzulande quasi als Poloentwicklungshelfer mit für die Etablierung dieser nach wie vor eher selten anzutreffenden Sportart. Polo gilt als Sportart der Reichen. „Stimmt“, meint Günther Kiesel. „Polo ist aber auch der Sport der Pferdeliebhaber und der Enthusiasten, die ihre gesamte Freizeit dafür aufbringen.“ Vom vermögenden Geschäftsmann bis hin zum normalen Angestellten oder Handwerker, der hart für sein Geld und sein Hobby arbeiten muss und sich vor der Arbeit um 5 Uhr morgens noch in den Stall begibt, um seine Pferde zu versorgen, seien alle Gesellschaftsschichten vertreten. „Das macht es ja auch ein bisserl aus, dass die unterschiedlichsten Menschen unterschiedlichster Kreise beim Polo zusammenkommen“, erklärt Kiesel. Die unterschiedliche Herkunft ist jedoch schnell vergessen, wenn es nach der Spielervorstellung endlich los geht und das erste Chukker (Bezeichnung für einen von insgesamt vier Spielabschnitten) angepfiffen wird. Dann stürmen die Spieler mit ihren Pferden mit rund 60 Stundenkilometer auf eines der beiden Tore zu, immer einem Ball hinterher, der nur ein bisschen größer ist als ein Tennisball. Das lasse selbst denjenigen Zuschauer nicht kalt, der vielleicht nur wegen seiner pferdeverrückten Tochter zu einem Poloturnier mit kommen muss, weiß Kiesel. Das macht sich auch bei den Zuschauerzahlen bemerkbar, die in den letzten Jahren stetig gestiegen sind. Da der Eintritt frei sei, würden viele oft nur aus Neugierde vorbeischauen, sagt Mitorganisator Stefan Hampel: „Sie bleiben dann meist bei uns hängen und schauen sich gleich mehrere Spiele an.“ Manch einer bringe sogar seinen Picknickkorb mit und mache es sich am Spielfeldrand gemütlich – ganz im Sinne der Veranstalter, sagt Hampel: „Jeder soll einen schönen Nachmittag bei uns verbringen und es sich gut gehen lassen.“

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