Steigen die Eisgebühren?

"2000 Prozent mehr bezahlen"

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Ob die Knaben des HC Landsberg auch nach einer möglichen Gebührenerhebung für die Eishallennutzung noch Lust auf Jubeln haben, ist im Moment offen.

Landsberg – Eines wollte Stefan Meiser (ÖDP) am Mittwoch im Stadtrat gleich zu Beginn seines neuen Vorstoßes klarstellen: „Das Eissportzentrum hat einen zentralen Platz in Landsberg“, zudem habe er „weder die Halle noch die Sportart infrage stellen wollen.“ Das gelte zumindest solange, bis „wieder größere Investitionen nötig wären.“ Über Gebührenerhöhungen, um so das jährliche Defizit zu senken, denkt Meiser allerdings auch in der Gegenwart weiterhin nach – und mit ihm jetzt auch die Verwaltung.

Mit 17:6 Stimmen nahm der Stadtrat Meisers Antrag an, nachrechnen zu lassen, bei welchen Eisgebühren die Halle kostendeckend betrieben werden könnte. Teile der CSU und die komplette SPD-Fraktion stimmten gegen dieses Ansinnen, obwohl OB Mathias Neuner (CSU) in der Diskussion klargestellt hatte: „Wir beschließen keine Gebührenerhöhung, wir lassen uns nur vorrechnen, wie hoch sie sein müsste, um das Defizit auszugleichen.“

Für Felix Bredschneijder eine überflüssige Kalkulation. „Das kann ich ja jetzt schon sagen, was da rauskommt. Demnach müsste der HCL-Nachwuchs ungefähr 2000 Prozent mehr bezahlen. Und damit kann ich das auch jetzt schon ablehnen.“

Wie beim Fußball

Meiser wiederum betonte, dass er nicht vorrangig die jungen Eishockeyspieler im Fokus gehabt habe. „Beim Fußball und bei Außenanlagen zahlen auswärtige Mannschaften in Landsberg 60 Euro, einheimische 30 Euro. In der Eishalle sind beide fast gleichgestellt, warum hakt man nicht einmal da ein“, fragt der Antragsteller. Allerdings sieht Meiser auch beim HCL durchaus noch Potenzial. „Wenn die Trägerschaft der Stadt von zwei Kitas infrage gestellt wird, muss diese Diskussion erlaubt sein.“ Dass mit der jüngsten Erhöhung der Nachwuchs-Eiskosten von acht auf zehn Euro pro Stunde „noch nicht das Ende der Gebührendiskussion erreicht war, müsste doch jedem klar gewesen sein“, so der ÖDP-Rat. Bei 20 Kindern pro Einheit ergebe sich nur 0,50 Euro pro Teilnehmer.

Auch diese Rechnung wollte SPD-Stadtrat Bredschneijder nicht mitmachen. „Es gibt den Mitgliedsbeitrag, die Umlage von 390 Euro und rund 460 Euro Ausrüstung pro Jahr; Eishockey-Eltern verzichten wirklich auf viel.“ Eine Erhöhung, etwa um weitere zwei Euro, bringe der Stadt „rund 1800 Euro im Jahr, also gar nichts, während es dem Verein weh tut.“

Auch Christoph Jell (UBV) sah den Antrag kritisch. „Es darf nicht die Belastung gerade im Nachwuchs erhöht werden, die Jugendarbeit ist das Wertvollste, was geleistet wird“, meinte er. „Ich finde es ohnehin immer schade, wenn man sich auf einmal einen einzelnen der Defizitbetriebe der Stadt Landsberg heraussucht und sich an diesem festbeißt.“

Kosten senken?

Auf Anregung mehrerer Räte sollen Verwaltung und Rechnungsprüfungsausschuss jetzt allerdings auch auf anderem Wege versuchen, dem Defizit zuleibe zu rücken. „Wir sollten nicht immer nur Gebühren erhöhen, sondern jetzt auch einmal prüfen, ob man nicht an der Höhe der Kosten für die einzelne Betriebsstunde etwas tun kann.“

Christoph Kruse

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