Unangemessene Förderung?

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Geht es nach dem Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses im Stadtrat, muss der HCL für den Nachwuchs (hier die Jugend) deutlich höhere Eisgebühren bezahlen.

Landsberg – Das jährliche Defizit in der Landsberger Eishalle bleibt Stefan Meiser offenbar weiterhin ein Dorn im Auge. Der ÖDP-Stadtrat fordert jetzt eine deutliche Anhebung der Nutzungsgebühren für den HCL-Nachwuchs angesichts „einer voll- kommen unangemessenen Förderung“ durch die Stadt.

Die Auflistung der Zahlen, die er als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses von der Verwaltung angefordert hatte, kommt zwar erst am heutigen Mittwoch im Finanzausschuss öffentlich auf den Tisch. Meiser hat sie allerdings schon im Vorhinein ausgewertet und für den Stadtrat eine „Neufassung der Tarifordnung für die Eissporthalle“ beantragt.

Mit 973 Stunden pro Jahr ist der Nachwuchs des HC Landsberg der stärkste Nutzer der Halle, er profitiert dabei (wie früher auch der EV Landsberg) von einer reduzierten Gebühr für die Kinder und Jugendlichen von 10 Euro pro Stunde (die 1. Mannschaft bezahlt 105 Euro, wie auch die Hobbyteams). Bei Betriebskosten von zuletzt 201 Euro pro Stunde und „ca. 100 Nachwuchsspielern“ errechnet Stefan Meiser eine „jährliche Förderung pro Spieler von ca. 1850 Euro“. Das sei für eine einzelne Sportart „völlig überzogen“. Werde daran festgehalten, müsse man die Frage stellen, ob Andere „auch Zuschüsse für Reiten, Golfspielen oder Skifahren“ bei der Stadt stellen könnten.

Zu hohe Subvention?

Zuletzt macht der Stadtrat in seinem Antrag eine interessante Rechnung auf. Während ein aktiver Spieler in Königsbrunn einen Jahresbeitrag von 300 Euro zu entrichten habe, liege dieser beim HC Landsberg bei 40 Euro – nur erklärbar durch die zu hohe Subvention der Stadt.

Wenn es nach dem Eishockey-Klub geht, liegt Meiser allerdings gleich mehrfach falsch, wie es auf Nachfrage des KREISBOTEN heißt. Der ÖDPStadtrat vergleiche im Falle Königsbrunn Äpfel mit Birnen, so Pressesprecher Matthias Hitzelberger in der Stellungnahme. Jeder Nachwuchsspieler müsse seit jeher zusätzlich zum Mitgliedsbeitrag eine Umlage entrichten, diese liege zwischen 260 Euro (Kleinstschüler) und 430 Euro (Jugend). „Man sieht also, mit Ausnahme der Jüngsten ist Königsbrunn deutlich billiger.“

Nach Informationen des KREISBOTEN geht der Vergleich auch aus einem anderen Grund nicht auf – die Stadt hat den Verein in Königsbrunn von den Eisgebühren weitgehend befreit. In Landsberg überweist der HCL in der laufenden Saison dagegen rund 30000 Euro für die Nutzung der Halle. Dazu kommen 1000 Euro für das Stadionbüro, 6000 Euro als Anteil an den Werbeeinnahmen und 2000 Euro Gewerbesteuer. „Der HC Landsberg ist damit sicher mit der Verein mit der höchsten Abgabenlast“, so der Klubsprecher.

Falsche Zahlen

Meiser hat laut HCL in seiner Rechnung einen weiteren Fehler, wenn er von 100 Nachwuchsspielern ausgeht. „Diese Zahl ist falsch“, schreibt Hitzelberger, „es sind ca. 250 Kinder.“ Auch eine Äußerung des Stadtrates, in der er unlängst „tausend Zuschauer, die ja sicher schön für das Landsberger Eishockey sind“, rund 80000 Nutzern im Inselbad gegenüber stellte, will man beim HCL nicht auf sich beruhen lassen. „Die Eishalle werde zum Ablauf dieser Saison mit Schulen, Publikumslauf, Hobbymannschaften, Eisstockschützen und Zuschauern 120000 Besucher genutzt haben. Sie ist damit die wohl am besten ausgelastete Halle in Landsberg.“

Interessant dürfte die Erläuterung der Zahlen im Finanzausschuss am Mittwoch auch aus einem anderen Grund werden: Offenbar waren die Betriebskosten 2013 wegen einmaliger Effekte höher als in den Jahren zuvor. So lag 2012 der Aufwand bei lediglich 126 Euro pro Stunde. Bei den von Meiser vor einigen Wochen monierten „550000 Euro für die Eishalle“ handelt es sich außerdem wohl nicht um das Defizit – dieses lag nach Abzug der Einnahmen bei 366000 Euro (2013) bzw. 215000 Euro (2012).

Christoph Kruse

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