Am Ende jubeln wieder die anderen

Aller Einsatz hat nichts genutzt: Auch EVL-Stürmer Michael Maaßen (blaues Trikot) konnte die 18. Pleite in Folge für sein Team nicht verhindern. Foto: Krivec

Jubelnde Spieler, feiernde Zuschauer, drei Tore am Stück – Am Sonntag gab es beim EVL Szenen zu sehen wie schon lange nicht mehr. Das Problem dabei: Gegen den EHC Klostersee reichte es trotz der beeindruckenden Aufholjagd nur zu einem 4:5 (0:3, 1:2, 3:0) und es feierten nur 292 Zuschauer ihre Mannschaft – neuer Minusrekord des ohnehin von Geldsorgen gebeutelten Klubs. Mit dem 1:8 (0:3, 1:2, 0:3) vom Freitag in Deggendorf ist die Niederlagenserie damit bereits auf 18 Spiele angewachsen, der vorletzte Platz nun schon zehn Punkte entfernt.

Das Schlussdrittel, in dem der EVL seine furiosen zehn Minuten hatte, sah Alex Thiel nur noch von der Tribüne aus. In der zweiten Pause hatte ihn Trainer Dave Rich zum Duschen geschickt. „Es ist kein Geheimnis, dass ich mit seiner Arbeit nicht zufrieden bin“, so Rich nach der Partie. „Aber er hat am Samstag auch noch für die Junioren gespielt, das sind drei Spiele in drei Tagen und am Dienstag soll er für die deutsche U20 antreten. Offensichtlich ist er völlig platt, er konnte keinen Check fahren und nicht kämpfen. So soll er bei der U20 nicht auftreten, sonst holen die ihn nie wieder“, begründete Rich seine Maßnahme. Dass nun ausgerechnet die Spieler die Kohlen aus dem Feuer holen mussten, deren Gehalt um 50 Prozent gekürzt wurde, ist ein pikantes Detail, doch Benjamin Barz und Co. müssen sich nichts vorwerfen lassen: Mit der besten Phase seit Wochen brachten sie die Gäste, die im Gefühl des sicheren Sieges zu früh zurückschalteten, noch an den Rand einer Niederlage – hätte der Rückhandschlenzer von Rückkehrer Igor Bacek in der 58. Minute den Weg nicht an die Latte, sondern ins Tor gefunden, wäre zumindest die Verlängerung drin gewesen. Tatsächlich aber war das Spiel schon nach dem ersten Drittel so gut wie verloren, wobei sich erschreckende Parallelen zur Partie in Deggendorf offenbarten. Dort lag man am Freitag nach vier Minuten 0:3 zurück, diesmal hieß es nach fünf Minuten 0:2. Als Hummer in der 11. Minute das 0:3 drauflegte, war die Konsequenz Auszeit und Auswechslung von Torhüter Kosarek, der beim 0:3 das kurze Eck aufmachte, gegen Reichelmeir. Der EVL fing sich und kam mit einer ersten Drangphase im zweiten Drittel auch zum 3:1 durch Bacek (24.), der im Powerplay nach schöner Vorarbeit von Maaßen und Barz per Tip-In traf. Der EVL drückte zunächst weiter, doch das Unheil nahm seinen Lauf. Die Strafzeiten, die man dann kassierte, waren nicht unumstritten, aber das ließ Rich nur bedingt gelten: „Wir haben wie in jedem Spiel wieder dumme Strafen kassiert und so auch wieder zwei blöde Tore." Diesmal machte Braydon Cox das 4:1 (31.) und nur eine Minute später hatte Marvin Kablau viel Zeit, um sich wenige Meter vor dem Tor die Scheibe zurechtzulegen und zum 5:1 in den Winkel zu schlenzen. Nachdem beide Mannschaften im Schlussabschnitt zehn Minuten lang kein Eishockey auf Oberliga-Niveau ablieferten, waren es die Landsberger Stammkräfte, die noch einmal mächtig loslegten. Im Minutentakt kamen die Schüsse auf das Grafinger Tor, der EHC fand nicht mehr ins Spiel zurück. Bigam traf im Nachschuss nach einem Alleingang von Barz (52.), Maaßen verkürzte in Überzahl auf 3:5 (55.) und nachdem Reichelmeir zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis gegangen war, setzte Anderson sogar noch das 4:5 drauf. Mehr war dann aber nicht mehr drin, auch wenn EHC-Trainer Doug Irvin nach dem Spiel sagte: „50 Minuten war ich sehr zufrieden mit meiner Mannschaft, aber am Schluss müssen wir tatsächlich noch froh sein, dass wir gewonnen haben.“ Das war allerdings auch Alexander Reichelmeir zu verdanken, der nach seiner Einwechslung zahlreiche weitere Chancen vor allem der beeindruckenden ersten Klosterseer Reihe Cox/Murdryk/Kaltenhauser zunichte machte, die sich zeitweise nach Belieben durch die Landsberger Abwehr spielte. Dementsprechend gabs für den Goalie ein Extra-Lob vom Trainer: „Er hat heute sehr gut gehalten und das ist nicht einfach, wenn man in einer so schwierigen Situation von der Bank kommt.“ Einfacher wird die Aufgabe am kommenden Wochenende sicher nicht. Am Freitag muss man auswärts beim SC Riessersee antreten, am Sonntag kommt um 19 Uhr der EC Peiting nach Landsberg. Beide Teams rangieren mit je 49 Punkten auf Platz zwei und drei der Liga.

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