Ende der Pleitenserie

– Der Überraschung vom Freitag mit dem 5:4 nach Verlängerung beim SC Riessersee (Siegtreffer durch Barz nach 13 Sekunden) konnte man am Sonntag keine weitere folgen lassen. Obwohl man über weite Phasen der Partie gleichwertig war, setzte es für den EV Landsberg gegen Peiting eine zum Schluss deutliche 2:7 (0:2, 1:3, 1:2)-Niederlage gegen den Favoriten aus Peiting.

Die Zuschauer ließen sich davon nicht beirren und feierten die Mannschaft nach dem Spiel lautstark für eine engagierte Leistung. „Im ersten Drittel hätten wir bei einem Schussverhältnis von 23:10 in Führung gehen müssen“, so Landsbergs Coach Dave Rich. „Aber stattdessen hat uns heute die Peitinger Überzahl getötet.“ Zu den vielen umstrittenen Strafen, die der Schiedsrichter aussprach, meinte er nur: „Vielleicht war seine Frau gestern nicht nett zu ihm, er war auf jeden Fall nicht gut drauf. Aber daran können wir nichts ändern.“ Peitings Trainer Alexej Sulak wurde angesichts des Lobes für den Gegner zynisch: „Ich muss wohl in die Kabine gehen und meinen Spielern gleich noch einmal zum Sieg gratulieren, wenn wir hier als schlechtere Mannschaft 7:2 gewonnen haben.“ Es war tatsächlich nicht nur Schiedsrichter Oberdörfer und die Peitinger Stammkräfte, die den EVL in Schwierigkeiten brachten, zum Teil waren es auch die eigenen Spieler. Beim 0:2 ließ sich Marc Hemmerich im Aufbau die Scheibe von Dibelka abluchsen, der daraufhin Reichelmeir im Landsberger Tor kaltschnäuzig verlud. Auch mit überflüssigen Strafen geriet man immer wieder in die Bredouille. Das machte dann auch den Unterschied zum unerwarteten Sieg in Garmisch aus, mit dem man eine Serie von 18 Niederlagen beendete. „Solange wir mit dieser Personaldecke spielen, müssen wir sehen, dass wir von der Strafbank wegbleiben und extrem diszipliniert spielen“, so der Trainer. „Am Freitag haben wir das getan und endlich auch einmal das nötige Glück gehabt.“ Am Sonntag gelang das nicht so gut, und im Powerplay lassen sich die Peitinger nicht lange bitten. „Das ist für mich die überragende Überzahl-Reihe der Liga“, so Rich über Dibelka, Kreitl und Vavrusa im Verbund mit Borberg und Salzer, die auch an diesem Abend die Scheibe schön laufen ließen. Für sechs der sieben Peitinger Tore wurde einer der Genannten in den Spielberichtsbogen eingetragen, dazu kamen sie auf sieben Assists. Vier Tore kassierte man in Unterzahl, eines gar in Überzahl. Solange man in gleicher Mannstärke auf dem Eis stand, sah das allerdings ganz anders aus. Ein ums andere Mal berannte man das Peitinger Tor, scheiterte aber immer wieder am starken Florian Hechenrieder, an der Latte (14. und 35.) oder am eigenen Unvermögen, wie Michl (11.), Bigam (15.) und Bacek (25.), die jeweils am leeren Tor vorbeischoben. Die Gegner zeigten sich abgezockter. Borberg musste nach schöner Kombination zum 0:1 nur einschieben, beim 0:3 (21.) nutzte Thomas eine Unaufmerksamkeit der Hintermannschaft, beim 0:4 durch Dibelka aus spitzem Winkel war Landsberg in doppelter Unterzahl, beim 0:5 ignorierte Vavrusa den verletzt am Boden liegenden Landsberger kaltschnäuzig. Als Maaßen in der 36. Minute mit einer schönen Einzelleistung von rechts vor das Tor zog und zum 1:5 verwandelte, waren die Messen bereits gelesen. Kreitl und Salzer erhöhten noch für Peiting, Baceks Treffer war nur noch Ergebniskosmetik. Obwohl der durch die Beine von Hechenrieder ging, überragte der Peitinger Goalie an diesem Abend. So hatte Rich auch den zweiten Grund für die Niederlage parat: „Deren Torwart war heute einfach besser, das war ihr Matchwinner.“ Auf der Gegenseite stand Alex Reichelmeir solide, wenn auch nicht überragend – das war Teamkollege Rostislav Kosarek zuletzt allerdings auch nicht. „Es war abgesprochen, dass beide ein Spiel machen und Alex wollte lieber zuhause spielen“, erklärte Rich die Rotation. „Ich wollte Kosarek auch wenig für die kommenden Spiele schonen, da müssen wir unbedingt punkten“, blickte er auf die Heimspiele gegen Selb (26. Dezember) und Füssen (30. Dezember) voraus. In der Tat ist die Tabellensituation für den EVL trotz des Sieges in Garmisch nicht besser geworden. Da Regensburg (am Freitag gegen Selb) und Selb (am Sonntag gegen Passau) jeweils einen glatten Sieg feierten, ist der Rückstand sogar noch angewachsen und beträgt jetzt elf Punkte auf Regensburg und 14 Punkte auf die Selber Wölfe, die derzeit den letzten Play-Off-Platz belegen. Für den 26. Dezember hat man aus Selb Besuch von mehreren hundert Fans angekündigt, ob die Landsberger bei der postwendenden Revanche am 2. Januar in Selb Ähnliches schaffen, scheint zweifelhaft. Immerhin konnte man am Sonntag wieder 451 Zuschauer in der Halle begrüßen – womit allerdings immer noch Luft nach oben ist.

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