Sanierung in zwei Schritten

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Trotz vieler Beteiligter läuft beim Bayertor alles nach Plan (von links): Dr. Peter Schabe von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Architekt Robert Schmidt, Peter Huber vom Hochbauamt, Dr. Rupert Utz von ProDenkmal und Oberbürgermeister Mathias Neuner.

Landsberg – Die Beteiligten am Projekt Bayertor sind sich einig: Man liegt gut in der Zeit und das Budget von einer Million Euro wird voraussichtlich nicht gesprengt. Vergangene Woche wurden die beiden letzten Ausschreibungen herausgegeben und Ende Mai wird eingerüstet, um die Fassade zu restaurieren. Wenn es nach Plan läuft, ist an Allerheiligen alles fertig. Bis auf den Opferputz im Durchgang: „Der braucht ein bisschen länger“, sagt Diplomgeologe Dr. Rupert Utz von der privaten Organisation ProDenkmal, die die Restaurierung des Bayertors begleitet.

„Das Bayertor ist sehr gut erhalten“, resümiert Utz: „Viele Stellen haben noch den gotischen Originalputz von 1425.“ Es sei jedoch wichtig gewesen, den in den 70ern aufgebrachten Putz in der Durchfahrt abzunehmen: Bei der letzten Sanierung habe man vieles richtig gemacht, „aber der damals dort aufgebrachte wasserdichte Putz hat Salz und Feuchtigkeit gespeichert. Der Opferputz, der demnächst aufgebracht wird, saugt das wieder heraus.“

Utz tippt auf circa drei Jahre, bis dieser „Saugputz“ abgeschlagen werden kann. Erst danach werde man die Sanierung endgültig abschließen. Doch Peter Huber, Referatsleiter des städtischen Hochbauamts, beruhigt die Runde: „Ende des Jahres haben wir mit dem Neuanstrich der ganzen Fassade einen ersten Abschluss. Das Ganze hat dann ein Gesicht.“ Die dann noch fälligen Arbeiten würde er gerne auf später verschieben, denn „dieser Opferputz kann bis zu sechs Jahre halten.“ Davon rät Utz ab. Man sehe ziemlich schnell, dass das nicht der richtige sei.

Die Sanierungsarbeiten in den 70ern seien für den damaligen Wissensstand optimal verlaufen, urteilt der Geologe: „Auch die Farbanalyse damals war sehr sorgfältig, das dürfte dem Original weitgehend entsprechen.“ Damals waren jedoch viele Landsberger von der Buntheit des Tores erschrocken. Und tatsächlich: „Der Neuanstrich könnte eventuell etwas gedämpfter ausfallen“, meint Utz. Allein für Fassade und Relief benötige man verschiedene Firmen, berichtet Huber: „Insgesamt werden es sogar bis zu fünf Firmen sein, die am Bayertor arbeiten.“

Damit alles glatt läuft, gibt es einmal pro Monat einen Jour fixe mit allen Beteiligten. Als Utz vorschlägt, für die Reliefgruppe noch einen extra Fassmaler zu engagieren, weil das Relief „in den 70ern nur irgendwie angemalt wurde“, schiebt Huber einen Riegel vor: Beim Budget werde man Ende des Jahres einen Strich ziehen und nur ein kleines Polster für die kommenden Arbeiten zurücklegen: „Mehr als jetzt ist nicht mehr drin.“

Susanne Greiner

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