Engagement bereichert

Mit Blumen begrüßte Landrat Walter Eichner die Verantwortliche der Koordinierungsstelle Bürgerschaftliches Engagement im Landratsamt, Katrin Dyballa. Foto: LRA

Bisher war Katrin Dyballa als Übersetzerin, Kulturbeauftragte und Journalistin tätig. Doch seit kurzem ist die 47-Jährige aus Dießen in neuer Mission tätig. Sie ist im Landratsamt Landsberg für die neue Koordinierungsstelle Bürgerschaftliches Engagement (KBE) zuständig. Im Jugendhilfeausschuss des Kreis­- tages stellte Dyballa sich und ihre neue Aufgabe ausführlich vor.

1998 lebte Dyballa noch in Hannover, wo gerade eine der ersten Freiwilligenagenturen entstand. Das Projekt gefiel ihr und sie half beim Aufbau freiwillig mit. Zwei Jahre später, als die junge Mutter mit Mann und Sohn nach Vaterstetten übersiedelte, wurde dort gerade das „Bürger-Aktiv-Büro“ aufgebaut. Hier konnte sie ihre Erfahrungen einbringen und fortsetzen. Seit acht Jahren lebt die Familie nun in Dießen. Rund 30 Prozent der bayerischen Bevölkerung engagiert sich derzeit bereits freiwillig. Untersuchungen belegen, das weitere 30 Prozent dies ebenfalls gerne tun würden, wenn sie wüssten wo und wie. Der wesentliche Unterschied zwischen Ehrenamt und Freiwilligenarbeit besteht laut Dyballa darin, „dass man in ein Ehrenamt in der Regel gewählt wird, während freiwilliges Engagement zu jeder Zeit spontan entstehen kann und zeitlich be­- grenzt ist und man sich bürgerschaftlich engagieren kann, solange es ein Lebensabschnitt zulässt.“ Die KBE hat es sich zur Aufgabe gemacht, dies zu koordinieren und Fragen rund um das bürgerschaftliche Engagement zu beantworten; bestehende Organisationen sollen unterstützt und neue Formen des Bürgerengagements entwickelt werden. Und selbstverständlich gilt es, die unterschiedlichen Akteure – Vereine, Initiativen, Kirchen, freie Träger, Wirtschaft, Verwaltung und Politik – miteinander zu vernetzten. Katrin Dyballa liegt es außerdem am Herzen, Bürgerengagement öffentlichkeitswirksam ins rechte Licht zu rücken und eine Anerkennungskultur zu etablieren: Denn bürgerschaftliches Engagement ist für Dyballa nicht nur ein neuer Name für das altbewährte Ehrenamt, sondern es umfasst auch ein neues Demokratieverständnis: „Hier geht es um die Unterstützung und Förderung eines aktiven Miteinanders von Gemein­deverwaltung und -rat sowie Bürgern, um ein Netzwerk bürgerlichen Engagements zu entwickeln.“ Dies sei auch unter dem Blickwinkel des demographischen Wandels von großer Bedeutung. „Anderen Menschen zu helfen, bringt Anerkennung und bereichert das eigene Leben. Jene, die sich bereits engagieren, haben diese Erfahrung schon gemacht“, weiß die 47-Jährige. In Kürze soll das Koordinierungsstelle Bürgerschaftliches Engagement der Öffentlichkeit im Rahmen einer Auftaktveranstaltung vorgestellt werden. Die Einrichtung, die vom Freistaat gefördert wird, befindet sich im Erdgeschoss des Landratsamtes in der Von-Kühlmann-Straße in Landsberg, Tel. 08191/129478, katrin.dyballa@LRA-LL.bayern.de.

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Noch ein Protest-Kunstwerk

Holzhausen – Wie einst Asterix und seine Gallier gegen die Römer kämpfen Daniel Fusban und seine Holzhauser Mitbürger gegen die übermächtige …
Noch ein Protest-Kunstwerk

Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Landsberg – Er ist zweifellos der vielseitigste aber auch streitbarste Schauspieler und Filmemacher Deutschlands: Til Schweiger. Mit rund 50 …
Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Kommentare