Engel auf Abwegen

Einen besseren Start in die Weihnachtszeit kann es kaum geben: „Malediva“ mit Tetta Müller (links) und Lo Malinke (rechts) mixten im Landsberger Stadttheater Komik mit Romantik und Ironie mit Poesie.

„Ich fahr an Weihnachten nach Hause, weil das immer schon so war“, singen Tetta Müller und Lo Malinke, besser bekannt als „Malediva“ und zuckeln unter Glöckchenklingeln auf einem imaginären Rentierschlitten einher. Mit ihrer Sicht auf Weihnachten und alles, was so dazugehört (mehr oder weniger) trafen sie Lachmuskeln und Herzen der Zuschauer im Stadttheater und machten ihnen ein wunderbares, vorzeitiges Weihnachtsgeschenk.

Und erzählt wird alles, was der guterzogene Weihnachtsbesucher und/oder Geschenkempfänger oft genug denkt, aber meist nicht auszusprechen wagt: von hässlichen, selbstgebastelten Gaben („ich nenne es die Salzteigseuche“), Müttern, die das Lamotta (goldenes Lametta) bügeln, Vätern, die aus Knausrigkeit kurz vor Schluss den übriggebliebenen Tannenbaum als Schnäppchen kaufen, von fettem Essen oder pseudoexotischen Weihnachtsgerichten aus dem Maggi-Tütchen und natürlich vom Ur-Problem aller Paare, bei welchen Eltern nun das Weihnachtsfest zu feiern ist. Nicht zuletzt der Wiedererkennungseffekt treibt dabei dem Publikum die Lach­tränen in die Augen. Doch trotz allem Sarkasmus ist es doch ein liebevoller Blick auf das Fest aller Feste, Romantik und Nostalgie blitzen immer wieder durch, selbst wenn in einem Gedicht der „Worst Case“ eines Weihnachtsmarkt-Besuchs in allen Einzelheiten zelebriert oder eine total verrückte Version der Weihnachtsgeschichte vorgetragen wird („Hatte ich leicht anders in Erinnerung“). Müller und Malinke sind ein eingespieltes Team, privat wie auf der Bühne, was ihrem Programm eine zusätzliche Intensität verleiht und ihre besondere Ausstrahlung ausmacht. Gemeinsam mit Florian Ludewig am Klavier, aus dessen Feder auch die wunderschönen Lieder stammen und mit der Kraft ihrer ausdrucksvollen Stimmen zaubern Müller und Malinke eine magische Mischung auf die Bühne des Stadttheaters: viel Spaß, Ironie und hintergründiger Witz, gewürzt mit Prisen von Poesie und Romantik. Unwiderstehlich!

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