Epfach kriegt keine Krippe

Enttäuschung bei der Gemeinde Denklingen: Das Krippenprojekt in Epfach kann vorerst nicht verwirklicht werden. Zu wenig Kinder sind für die „Römerburg“ angemeldet. Gezwungenermaßen hat sich der Gemeinderat entschieden, die Baumaßnahmen um ein Jahr zurückzustellen. 2010 entscheidet sich dann, ob das Vorhaben weiterverfolgt wird, oder endgültig scheitert. Trotz aller Werbung der Gemeinde sind bisher nur zehn Krippenkinder angemeldet. Mindestens zwölf wären aber nötig, damit die Gemeinde den Zuschuss aus dem Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2008 – 2013“ bekommt.

„Derzeit erreichen wir die Förderfähigkeit nicht“, stellte Bürgermeisterin Viktoria Horber jetzt in der Gemeinderatssitzung ernüchtert fest. Und ohne diesen Zuschuss kann die Maßnahme nicht geschultert werden – die Gemeinde hat derzeit mit enormen Steuerrückgängen zu kämpfen: Die gesamte Rücklage, die Anfang 2009 noch 4,7 Millionen Euro betrug, wird im Laufe von 2010 wohl aufgebraucht. Da bleibt kein Spielraum, um die „Römerburg“ aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Dabei hatte man sich das so schön vorgestellt: Für das alte Schulhaus in Epfach, wo die Krippe entstehen soll, war endlich eine sinnvolle Nutzung gefunden worden – und noch dazu gab es die Zusage über stolze 382000 Euro aus dem Konjunkturpaket II für die energetische Sanierung des Gebäudes. Die Mittel aus dem Konjunkturpaket gibt es allerdings nur, wenn die Gemeinde das alte Schulhaus nach der Sanierung dann auch wirklich zur Kinderkrippe umbaut. Falls das Gebäude anderweitig genutzt würde, müsste das Geld wieder zurückbezahlt werden. Ein bisschen Zeit bleibt aber noch: „Wir haben bis 2011 Zeit, die Krippe zu verwirklichen“, teilte Verwaltungs-chef Johann Hartmann in der Sitzung mit. Damit die Gemeinde die Epfacher Römerburg am Ende nicht noch selbst gefährdet, will die Kommune auch anderorts im gesamten Gemeindegebiet – dies betrifft vor allem den Kindergarten im Ortsteil Denklingen – bis auf weiteres keine Anbauten für Krippenplätze unterstützen.

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