Im Erbfall ist die Boje futsch – Ammerseefischerin vor Gericht

Ein aktuelles Gerichtsurteil könnte demnächst die Vergabepraxis von Verleihbojen am Ammersee ändern. Eine Fischerin aus Herrsching zog vor Gericht, weil ihr nach einem Erbfall nur mehr fünf Bojen statt der erwarteten zehn zustehen, insgesamt waren es vormals 20 Ankerplätze.

Das Verwaltungsgericht München wies jedoch die Klage ab. Je nachdem, wie die dieser Tage erwartete Urteilsbegründung ausfällt, kann es sein, dass das zuständige Landratsamt Landsberg künftig entweder noch genauer prüfen muss oder – weil dies einen zu großen Verwaltungsaufwand bedeutet – bei einem Todesfall die Verleihbojen dann komplett zurückgegeben werden müssen. Bisher ist das Vermieten der Ankerplätze bei Fischern und Bootsverleihern ein gerne gesehenes Zubrot. Seit mehr als 20 Jahren sei es nun gängige Praxis, dass bei Erbfällen das Landratsamt pauschal 50 Prozent der Bojen zurückgefordert hat, 50 Prozent gingen unbefristet an die Erben, erläutert Wolfgang Müller, Pressesprecher im Landratsamt. So auch diesmal. Zehn der ursprünglich 20 Verleihbojen gingen an die Erben, und zwar zu gleichen Teilen an zwei Schwestern aus Herrsching. Nachdem der Widerspruch gegen den Bescheid nicht zugelassen worden war, klagte die Fischerin auf zehn Ankerplätze, weil sie im Gegensatz zu ihrer Schwester Berufsfischerin sei. Bisher sei nach einem Todesfall nie überprüft worden, ob die Erben tatsächlich hauptberuflich in der Fischerei tätig seien oder als Bootsverleiher, erklärt der Pressesprecher. Die Zahl der Verleihbojen am Ammersee schätzt Müller auf 150 bis 200. Der weitaus größere Teil, nämlich etwa 1200, ist die Zahl der Bojen, die in privater Hand sind. Offiziell benötigt man für die Miete eines Bojenplatzes eine Genehmigung des Landratsamtes und einen privatrechtlichen Gestattungsvertrag der Bayerischen Schlösserverwaltung als Grundeigentümer. Beides gilt danach sieben Jahre lang.

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