Erfolg ohne Wert

Nicht schön, aber erfolgreich agierte der EVL beim Sieg gegen Peiting. Foto: Krivec

Darf man an einem Sieg gegen den Tabellendritten herummäkeln, der durch ein furioses 5:0 im Schlussdrittel zustande kam? Man darf, wenn es nach den beteiligten Trainern geht. Leos Sulak wollte gar nicht viel zur 2:6 (0:1, 2:0, 0:5)-Niederlage seines Teams sagen. „Wir haben mit vier Reihen durchgespielt, damit unsere Junioren auch einmal Erfahrung sammeln. Man hat gesehen, dass sie noch viel lernen müssen.“ Den Einbruch im letzten Drittel erklärte der Trainer des EC Peiting gewohnt knurrig und knapp damit, „dass wir fünf Tore bekommen haben.“

Nun muss man wissen, dass es mit der Männerfreundschaft zwischen Sulak und EVL-Coach Dave Rich wahrscheinlich nichts mehr wird, sodass der Tscheche nach Spielen gegen Landsberg immer gern einmal eine Spitze setzt. Doch in diesem Fall waren sich die beiden in der Wertigkeit der Partie einig. Dass es den Peitingern ziemlich egal zu sein scheint, ob sie die viel kritisierte Oberliga-Zwischenrunde auf Platz drei oder vier abschließen, war über weite Strecken des Spiels deutlich zu sehen. Und auch Rich gab zu: „In Spielen, in denen es um überhaupt nichts geht, ist es immer schwierig, die Spieler richtig zu motivieren.“ Was dabei herauskam, war „kein schönes Oberliga-Eishockey“ und das hatte natürlich auch auf Landsberger Seite Gründe. Igor Bacek war gesperrt und bereits seit Freitag stand fest, dass der EVL den letzten Tabellenplatz nicht mehr verlassen kann, nachdem Regensburg gewonnen hatte. Bei Peiting wiederum meldete sich Top-Scorer Lubor Dibelka kurzfristig verletzt ab. Rich: „Bei beiden Mannschaften standen 50 Prozent Junioren auf dem Eis.“ Und das merkte man dann auch. Erst in der 8. Minute hatte Drommeter die erste Chance für den EVL, doch Peiting stellte sich auch nicht besser an: Relativ locker brachten Barz, Anderson und Meier auf Landsberger Seite zwei Minuten 3:5-Unterzahlspiel über die Runden. Vom eigentlich so starken Peitinger Powerplay war an diesem Abend nichts zu sehen. Auch die Landsberger versemmelten in Überzahl noch sage und schreibe vier Nachschüsse (17.). Doch dann wurde es Marc Hemmerich zu bunt: 89 Sekunden vor Drittelende hämmerte er den Puck humorlos an den rechten Innenpfosten, von wo er zum 1:0 ins Tor sprang. Peiting ging im zweiten Abschnitt zwar 2:1 in Führung, wobei Kreitl (21.) und Stauder (32.) Ashton im Landsberger Tor jeweils nicht gut aussehen ließen, doch schon kurz nach Beginn des Schlussdrittels glich Anderson mit einem seiner Schlenzer wieder aus. Danach rückte sich erneut Hemmerich in den Blickpunkt. Der extrovertierte Verteidiger befreite sich offenbar nach dem Motto „es geht sowieso um nichts“ von allen taktischen Fesseln und zeigte seine Offensivfähigkeiten. In der 47. Minute setzte er sich gegen drei Peitinger durch, seinen Schuss konnte Marschall (der statt der etatmäßigen Nummer eins, Hechenrieder, im Tor stand) zwar noch parieren, doch Hemmerich legte noch einmal zurück auf Maaßen, der zum 3:2 traf. Das nächste Tor machte er wieder selbst: Zwar treiben Verteidiger am gegnerischen Torraum Trainern eigentlich Angstschweiß auf die Stirn – aber alles ist gut, wenn sie treffen, so wie Hemmerich nach dem Querpass von Michl (50.). Peiting weigerte sich weiterhin, aktiv zum Spiel beizutragen und so trug sich auch Dennis Drommeter noch in die Torschützenliste ein (52.) Kurz vor Ende kam Florian Brenninger zum schönsten Tor des Abends. Als er aus dem eigenen Drittel herausfuhr und keine Anspielstation fand, wurde ihm von der Spielerbank „selber, mach's selber“ zugerufen und der 20-Jährige tat wie ihm geheißen, umkurvte die gesamte Peitinger Defensive sowie das Tor und schoss per Bauerntrick zum 6:2 ein. Da war dann auch Dave Rich zufrieden. „Es ist immer gut, wenn man nicht aufhört zu arbeiten und im letzten Drittel fünf Tore macht.“

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