Erfreulich unauffällig

Die Auserwählte: Wandleuchte FO420 besticht in fast allen Belangen. Fotos: Schwaiger

Die Entscheidung sei von außerordentlicher Bedeutung, deshalb sollte der Stadtrat das letzte Wort haben – eventuell nach einer Besichtigung an der Fassade der Sparkasse. Dort hat die Bauverwaltung vor Wochen vier Musterlampen montieren lassen, eine davon, die Wandlampe FO420 aus dem Hause Ewo, soll den neuen Hauptplatz beleuchten – sofern das Plenum heute Nachmittag (17 Uhr) der Empfehlung des Bauausschusses folgt.

Ein Blick auf die Verwaltungsvorlage genügt: Bei der Gegenüberstellung der vier Modelle besticht die FO 420 in modernem Design in nahezu allen Belangen: Mit 730 Euro pro Stück kostet sie deutlich weniger als ihre Mitstreiterinnen, sie verzeichnet den geringsten Energieverbrauch und muss auch nicht so viel gewartet und gereinigt werden. Konstruktionsbedingt ziehe sie deutlich weniger Insekten an, was denn auch OB Mathias Neuner (CSU) positiv vermerkte: „Sie ist kein Insektengrab“. Weiterhin betonte das Stadtoberhaupt, dass die Leuchte nicht nach oben und somit nicht in die Fenster der Anwohner strahle, dafür die Fassade nach unten gleichmäßig aufhelle ohne zu blenden – zumindest von den meisten Betrachtungspositionen aus. Und tagsüber? Da besteche die Auserwählte durch ihre „zurückhaltende Erscheinung“. Die Lampe ordne sich der Platzgestaltung unter und stehe nicht im Vordergrund, heißt es in der Gegenüberstellung der Lichtplanungs GbR „Day&Light“. Das überzeugte nicht nur die die Ratsmitglieder im Bauausschuss, sondern auch Dr. Susanne Fischer vom Landesamt für Denkmalpflege (LfD) und Stadtheimatpfleger Dr. Werner Fees-Buchecker. Letzterer lobte die moderne Lampe als die mit dem „geringsten Eingriff“ hervor. Ähnlich fiel Dr. Fischers Beurteilung aus: „erfreulich unauf­fällig.“ Andere Meinung Ein Teil der Lechstädter sind da offensichtlich andere Meinung: So erinnerte das Stadtoberhaupt daran, dass sich auf seiner Facebook-Seite die große Mehrheit für die Wandleuchte „Erding“ ausgesprochen habe. Sie ist bereits am Peter-Dörfler-Weg montiert – zum Stückpreis von 1918 Euro. Apropos: Die Preisunterschiede sind doch gewaltig. So würde die Hauptplatz-Beleuchtung mit der Wandleuchte „Vierkant Typ2“ mit insgesamt 102522 Euro zu Buche schlagen, während die favorisierte FO420 gerade mal 38648 Euro kostet. Diese Gesamtsumme umfasst 32 Wand- und 13 Mastleuchten. Letztere sind aus zweierlei Gründen erforderlich: Zunächst sind nicht alle Eigentümer bereit, städtische Lampen an die Fassaden ihrer Häuser montieren zu lassen; und dann gibt es noch historische Bausubstanz, die man keinesfalls mit modernen LED-Lampen „schmücken“ möchte – Klostergebäude, Musikschule, Schmalzturm und natürlich das Rathaus. Diese Fassa­- den werden ohnehin extra angestrahlt. 45 plus 15 Leuchten Das Beleuchtungskonzept für Fahrbahn und Nebenbereiche auf dem Hauptplatz sieht ausschließlich Wand- (45) und 15 Seilspannleuchten vor. Nur im Norden sei eine zusätzliche Ausleuchtung mit Strahlern erforderlich. Diese würden laut Tief­baureferatsleiter Hans Huttenloher an den Dachtraufen der Sparkasse montiert. Nur noch durch Unterwasserstrahler beleuchtet werden künftig Figur und Wasserspeier des Marienbrunnes. Und: Die Begren­- zung des Kurvenaußenrandes durch ein LED-Band mit einem „warm-weißen Licht“ erstrecke sich vom Schmalztor bis zur Baushaltestelle an der Westseite des Hauptplatzes. Die Gesamtkosten für die Beleuchtung des neuen Hauptplatzes sind aktuell auf knapp 185000 Euro beziffert – ohne Erdarbeiten.

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