Erfrischend authentisch

Susanne Kirchland (rechts) sang gemeinsam mit „Willie und den Magneten“ den Song „Träume“. Foto: Eckstein

Man nehme eine Handvoll musikbegeisterter Individualisten, die sich zu einer Band formiert haben, eine engagierte Songwriterin, die mit ihren Texten Geschichten erzählen will und eine Mischung aus Jazz, Rock und Blues. Dazu noch die Idee, mit anderen Musikbesessenen über ihr Lieblingsthema zu diskutieren – heraus kommt die „Magnetische Talkshow“, die ab sofort einmal im Monat über die Bühne der Licca Lounge gehen soll und die am Donnerstagabend Premiere hatte.

Das Konzept ist einfach, aber wirkungsvoll. Sybille „Willie“ Engels ist nicht nur Frontfrau von „Willie und die Magneten“, sondern hauptberuflich Journalistin und möchte all die zu Wort kommen lassen, die „mit Musik zu tun haben, davon wimmelt es in dieser Gegend nur so“, erklärt sie: „Musiker, Sänger, Lehrer, Programmmacher, Philosophen, Poeten, Elvisse, Kulturpessi- und -optimisten ... alles Leute, die was zu erzählen haben und mit denen zu reden Spaß macht.“ Die Auftaktveranstaltung am Donnerstag stand unter dem Motto „Jeder kann singen“ mit der Sängerin und Gesangslehrerin Susanne Kirchland (vorher Gaensdorfer). Neben einem kleinen Exkurs über Gesangstechnik , bei dem man auch erfuhr, warum es für Italiener leichter ist zu singen als für die Bayern (für alle, die nicht da waren, lüften wir das Geheimnis: es liegt am Stimmsitz!), gab Susanne Kirchland einen Crashkurs in Stimmbildung und vereinte das Publikum zu einem mehrstimmigen Chor, der die Band zu ihrem Song „Eisberg“ begleitete. „Das werde ich nie vergessen!“, begeisterte sich Willie. Mit „Syrup and honey“ und „Shy Boy“ gab die Gesangslehrerin noch eine Kostprobe ihres Könnens, bevor „Willie und die Magneten“ übernahmen. Die sechsköpfige Band (Sybille „Willie“ Engels, Bass, Vocals; Thomas Jankovic, Gitarre; Gustav Adam, Drums; Klaus Schmidt, Trompete; Rainer Szalata, Vibraphon und Zoran Krga, Keyboard) zeigte einen weiteren Aspekt des Themas: Authentizität. Mit ihrer Musik, die sie als Rock-Chanson (Rockmusik und gute Texte) bezeichnen, wollen sie von allem erzählen, was einem im Leben begegnet; von selbstzufriedenen Bankern, älteren Damen im Parkhaus, den falschen Ziffern im Kontoauszug oder dem Chlorgehalt im Pool. Ihre Texte sind originell, bissig, kritisch und voll mit schwarzem Humor, manchmal „ein bissel morbid, aber das macht nichts“, immer auf Deutsch und immer selbst geschrieben. Die Show wurde aufgezeichnet und wird demnächst auf der geplanten Kultur-Website www.hidden-hero.de zu sehen sein. Die nächste „Magnetische Talkshow“ findet am Donnerstag, 13. Januar, in der Licca Lounge statt, danach immer am 1. Donnerstag des Monats, jeweils um 20.30 Uhr.

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