Erhöhter Druck

Sorgte für Chaos: Jetzt soll es einen neuen Flyer zum Hauptplatzumbau geben.

Das Thema „Hauptplatzumbau“ in Landsberg kommt nicht zur Ruhe. Die jüngst verteilte Informationsbroschüre wird eingestampft und muss neu produziert werden; noch dazu gehen jetzt Einzelhändler, Gastronomen und Taxifahrer mit einer neuen Initiative gegen Zeitpläne und Informationspolitik der Stadt an die Öffentlichkeit. Währenddessen wird bereits vorsorglich eine Schranke für die Schließung der Strecke Schlossergasse/Hinteranger/ Sandauer Straße aufgebaut.

Bei ersten Informationsveranstaltungen und Arbeitstreffen kamen insgesamt rund 70 Teilnehmer, die allesamt die Unzufriedenheit mit dem Vorgehen der Stadt Landsberg äußerten, so Initiator Tobias Frage, selbst Einzelhändler im Hinteranger. Die Unsicherheit sei insgesamt groß, sowohl bei Anwohnern und Einzelhändlern am Hauptplatz, in Hinter- und Vorderanger sowie weiteren Altstadt-straßen; sogar Teilnehmer von außerhalb fanden sich ein. Die wachsende Gruppe macht ihre Kritik am Beispiel der möglichen Schließung der Schlossergasse und des Hinterangers fest. Tobias Frage: „Wird er nun geschlossen oder nicht? Das Ordnungsamt hat das mehreren Personen gegenüber schon bestätigt, der OB spricht einen Tag später wieder von einem „Stresstest“, der erst noch gemacht werden soll.“ Offenbar geht man aber zumindest beim Tiefbauamt sicherheitshalber bereits davon aus, dass am Schmalzturm dicht gemacht werden muss. Da sich herausgestellt habe, dass Hinteranger und Sandauer Straße nur noch in geringem Maße Verkehr aufnehmen können und bei einem Dauerstau die Rettungsdienste nicht mehr durchkommen, wäre dann eine Schließung nötig, so Referatsleiter Hans Huttenloher auf Nachfrage des KREISBOTEN. Huttenloher weiter: „Da sich der tatsächliche Umgang der Verkehrsteilnehmer erst mit Wirksamwerden der Sperrung des südlichen Hauptplatz zeigen wird und eventuell dann schnell reagiert werden müsste, um die Erreichbarkeit der nord-östlichen Altstadt zu gewährleisten, wird die Schranke jetzt schon errichtet.“ Das folgt einer Richtung, die man bereits vor einigen Wochen anklingen ließ: Für den Stau wären demnach letztlich die Autofahrer verantwortlich, die weiterhin die Neue Bergstraße und die Katharinenstraße benutzen. Um diesem Problem auszuweichen, wandte man in der jetzt verteilten Informationsbroschüre zum Thema „Erreichbarkeit des Hauptplatzes während des Umbaus“ eine neue Taktik an: Weder die Zufahrt von Osten noch die von Westen wurden mit einem Wort erwähnt oder auf der Karte eingezeichnet. Auch die neue Umleitungsbeschilderung wird während der Bauarbeiten lediglich auf die Augsburger Straße hinweisen. Das sei der Versuch, den Verkehr statt über die neuralgischen Punkte „Neue Bergstraße“ und „Katharinenstraße/ von-Kühlmannstraße“ ausschließlich über die Richtung A96 und die Augsburger Straße zur Tiefgarage in der Lechstraße und zum Parkplatz auf der Waitzinger Wiese lenken, räumt Huttenloher ein. Er betont dabei, dass das Konzept „exakt in dieser Form vom Arbeitskreis Hauptplatz so beschlossen wurde.“ OB Ingo Lehmann fand den Versuch offenbar dennoch untauglich: Auf seine Entscheidung hin wurde der Flyer jetzt eingestampft. Eine gute Nachricht für die Autofahrer enthielt die Broschüre allerdings auch: Der nördliche Teil des Platzes bleibt auch während des Umbaus befahrbar, das bestätigt Huttenloher. „Die Zufahrt ist 2012 für alle frei. Das Wenden ist über die Wendeschleife für den Bus möglich, Be- und Entladen wird in bestimmten, noch auszuweisenden Bereichen möglich sein.“ Die Initiative der Einzelhändler und Anlieger sieht im Moment aber ganz andere Probleme. „Die versprochene Beteiligung der Einzelhändler und Gastronomen sowie der Taxifahrer findet nicht statt. Den Leuten im Hinter- und Vorderanger wird weiterhin nicht gesagt, ob oder wann ihre Straßen gesperrt werden und falls ja, wie lange. Als die Sandauer Brücke saniert wurde, hatten Einige Umsatzeinbußen um die 40 Prozent, das geht vielleicht ein paar Wochen gut, aber nicht über Monate“, so Tobias Frage. Eine der Forderungen an die Stadt deshalb: „Der Zeitraum der Vollsperrung des Hauptplatzes muss auf die vom OB versprochenen zweimal sechs Wochen zurückgeführt werden. Zweimal sieben Monate oder mehr, wie es jetzt heißt, sind absolut nicht tolerierbar. Es geht auch nicht nur um Hauptplatz oder Hinteranger, das hat ja Auswirkungen auf viel mehr Leute.“ Zudem fordere man Planungssicherheit bei allen Vorhaben mit entsprechendem zeitlichen Vorlauf. „Bei unseren bisherigen Treffen beschwerten sich Leute aus allen Bereichen, dass es keine Informationen gibt, keine gesicherten Erkenntnisse. Fragen, die gestellt werden, werden über Monate nicht beantwortet.“ Jetzt will man den Druck erhöhen: An die Stadt soll ein Fragen- und Forderungskatalog weitergegeben werden, außerdem will man Unterschriften sammeln. Dass man damit rund eine Woche vor Baubeginn spät dran ist, räumt auch Tobias Frage ein. „Ich glaube, viele sind jetzt erst aus einer gewissen Starre erwacht, weil sie gar nicht erkannt haben, was auf uns alles zukommt.“

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