Ermutigende Ansätze

Gegen Augsburg hatten Sebastian Nichelmann (TSV Landsberg, re.) und seine Teamkollegen noch das Nachsehen gehabt. Am Sonntag gegen Unterföhrung lief es besser. Foto: Krivec

Der Platzwart in Unterföhring wird wohl immer noch damit beschäftigt sein, kleinere Geröllhalden wegzuräumen: „Natürlich fallen einem da viele Steine vom Herzen, wenn man so ein Spiel noch dreht“, räumte Sven Kresin, Spielertrainer des TSV Landsberg nach dem 4:3 (1:1)-Sieg der Seinen am Sonntag ein.

So finden sich die Landsberger im Mittelfeld der Landesliga-Tabelle wieder, bei einer weiteren Niederlage wäre der Fehlstart perfekt gewesen. Und nach 70 Minuten sah es nicht gut für den TSV aus. Da brachte Cetinkaja Unterföhring zum scheinbar vorentscheidenden 3:1 in Führung. Die gute Leistung der Gäste war da fast vergessen. Kresin: „Wir haben nicht viel zugelassen. Unterföhring hat seine Tore durch einen individuellen Fehler gemacht, einen Sonntagsschuss und eine perfekte Flanke, viel mehr war da nicht.“ Dass seine Truppe dann noch zurückkam, wundert Kresin nicht. „Wir sind dann endlich wieder aufgetreten wie in der Vorsaison und haben unsere Qualität nach vorne zumindest aufblitzen lassen. Das war auch der Beleg dafür, dass wir wirklich ein Team sind – ansonsten bekommst du da dann fünf oder sechs eingeschenkt.“ Stattdessen nahm man den Gastgebern noch den sicheren Sieg vom Fuß: Strohhofer (75.), Salemovic (83.) und der eingewechselte Leszczynski (87.) drehten die Partie noch zugunsten des TSV. Alle drei und auch Sebastian Bonfert zeigten in der entscheidenden Phase eine deutlich bessere Leistung als noch am Mittwoch beim 1:4 zuhause gegen den FC Augsburg II. Da präsentierte sich Salemovic mehr als Standfußballer, dessen Ballverluste dann auch zu Gegentoren führten. „Da hat er 20 Prozent seines Leistungsvermögens abgerufen, gegen Unterföhring waren es schon 60. Ich werde mir noch ein paar pädagogische Fähigkeiten aneignen müssen, um ihn auf 100 Prozent zu bringen, denn er hat noch Luft nach oben und was er tut oder nicht tut, ist angesichts seiner Möglichkeiten schon entscheidend für unsere Mannschaft“, so Kresin. Der 34-jährige Defensiv-Allrounder selbst spielte in Unterföhring wieder in der Viererkette, nachdem er am Mittwoch notgedrungen im defensiven Mittelfeld aufgelaufen war, da Mario Michelini zum Spiel aus privaten Gründen nicht erschienen war. Das Experiment ging schief: Die junge und unerfahrene Innenverteidigung musste drei der vier Gegentore auf ihre Kappe nehmen. Bis auf weiteres wird Kresin deshalb wohl weiter hinten das Regiment führen. „Auch ich bin nicht fehlerlos, Fußball ist ein Fehlersport. Aber ich brauchte jetzt einfach jemanden für die Sechser-Position. Das hat allerdings Sebastian Spreitzer diesmal sehr ordentlich gemacht. Er ist noch jung und muss einfach schnell lernen, wir haben da nicht viel Auswahl, dafür hat er sich gut geschlagen“ - auch wenn dann für ihn nach einer Stunde Michelini doch wieder auf das Feld durfte. Ebenfalls eingewechselt wurde nach knapp 40 Minuten Alexander Buschel. „Es ist ein Segen, dass er wieder mitmachen kann“, so Kresin. „So verbissen und zweikampfstark wie er ist in der Liga kaum einer.“ Klar ist nach den ersten drei Punktspielen aber auch, dass die Personalprobleme in der Defensive zu Schwierigkeiten führen. Sollte Manuel Kirschenhofer in die Innenverteidigung zurückkehren, könnte Kresin selbst wieder weiter nach vorne rücken. Derzeit nimmt sich der 28-Jährige aber eine berufliche Auszeit. „Ich hoffe, dass Kirschenhofer bis Ende August wieder zur Verfügung steht, wir möchten ungern auf ihn verzichten.“ Trend fortsetzen Die beiden nächsten Partien muss der TSV auf jeden Fall noch ohne „Kirsche“ bestreiten: An diesem Mittwoch (18.30 Uhr) kommt Eichstätt nach Landsberg. Kresin: „Ein unangenehmer Gegner, die machen aus Nichts immer irgendwie Punkte.“ Danach geht es am Samstag nach Kirchanschöring nahe Kresins vorheriger Station Burghausen. „Das ist ein Aufsteiger, die haben nichts zu verlieren und werden Vollgas geben.“ Wochenziel sind trotzdem sechs Punkte. „Wenn es vier werden, bin ich nicht unglücklich, aber wir haben die Spieler mit der Qualität, dass wir beide Mannschaften schlagen, und das muss unser Ziel sein.“

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