Hauptplatz ist (fast) fertig

Zwei Tage lang feiern

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Bis zum Hauptplatzfest müssen noch einige Restarbeiten erledigt werden – auch das Setzen der vier Marmorkugeln am Marienbrunnen.

Landsberg – Viele Lechstädter sehnen diesen Tag herbei: Nach dem zweijährigen Umbau wird der Hauptplatz mit einem zweitägigen Fest am 28. und 29. September offiziell eröffnet. Unter großer Beteiligung des Einzel­handels und von Vereinen und Verbänden wird ein umfangreiches Rahmenprogramm ge­boten.

In einem Flyer, der von dieser Woche an verteilt werden soll, lädt OB Mathias Neuner die Bürger aus Stadt und Landkreis ein und gibt seiner Freude über den neu gestalteten Platz Ausdruck: „Landsberg hat ein neues Herz“, schreibt er, der Hauptplatz erstrahle in neuem Glanz, „er ist zu einem Ort der Begegnung, des Entdecken und genüsslichen Verweilens geworden.“ Auch in überregionalen Zeitungen soll das Fest noch beworben werden.

Ein vorerst letztes Mal wird der Platz für das große Fest komplett gesperrt, von Samstag, 6 Uhr, bis Sonntag, 18 Uhr, muss der Verkehr draußen bleiben. Lediglich für die Rettungsdienste bleibt eine Gasse offen, ansonsten wird der Platz mit Biergarnituren, einer großen Bühne und vor allem auch mit Ständen für die Einzelhändler belegt. Die Nachfrage war so groß, dass längst keine Flächen mehr zur Verfügung stehen.

Auch im Vorderanger, der ebenfalls gesperrt wird, können Marktstände aufgestellt werden, der Hinteranger bleibt (genauso wie die Alte Bergstraße) dagegen wieder für den Durchgangsverkehr geöffnet. Diese Tatsache sorgte beim jüngsten öffentlichen Stammtisch der AG Innenstadt für kritische Nachfragen beim städtischen Pressesprecher Andreas Létang, der den Einzelhändlern Rede und Antwort stand. Auch mit Organsation und dem zeitlichen Ablauf der Vorbereitung waren einige Gewerbetreibende nicht zufrieden, einer der Anwesenden warf der Stadt sogar gravierende Versäumnisse vor: „Hat die Stadtverwaltung überhaupt ein Bewusstsein, dass sie nichts tut?“, fragte Armin Gebert aus dem Vorderanger und meinte weiter: „Landsberg ist keine schöne Einkaufsstadt mehr, das wird seit Jahren an die Wand gefahren.“

Létang verwies darauf, dass die „Veranstaltung in einem relativ kleinen Referat gemacht wird“ und bat darum, „nicht schon vorher alles schlechtzureden“. Seine vorläufige Bilanz fällt dann auch positiv aus. „Die Einzelhändler und Vereine haben sich sehr stark eingebracht, wir haben über 60 Teilnehmer“, berichtete er, „das war für uns auch eine neue Erfahrung; das ist eine Grundlage, auf der wir aufbauen können, man sieht, dass man auch mit einem beschränkten Budget etwas auf die Beine stellen kann.“

Eines hat allerdings nicht geklappt: Am Sonntag müssen die Geschäfte geschlossen bleiben und auch am Samstag wird spätestens um 20 Uhr zugesperrt. So wird es weder die angedachte abendliche Moden­schau noch andere Aktivitäten des Einzelhandels am Sonntag geben. Létang erläuterte den Händlern die Problematik: „Wir haben festgestellt, dass man nur eine lange Einkaufsnacht pro Jahr machen darf und wir hatten heuer schon eine.“

Der Sonntag sei kein Marktsonntag, zwar hätte man ihn zum verkaufsoffenen Sonntag machen können, doch die maximal möglichen Termine für dieses Jahr wurden in Landsberg schon auf andere Wochenenden festgelegt. Somit werden viele der Marktstände am Sonntag vom Hauptplatz verschwunden sein, die Vereine dürfen sich aber auch an diesem Tag präsentieren, die Außengastronomie kann die Be­sucher ebenfalls versorgen, und auch das Unterhaltungsangebot wird teilweise fortgeführt.

Um den Gästen einen höheren Anreiz zu bieten, regten die Einzelhändler an, an diesen Tagen die Parkgaragen gebührenfrei zu öffnen. „Ich nehme das als Vorschlag mit, auch wenn klar ist, dass das intern irgendwie verrechnet werden muss“, meinte Létang, der sich auch für den Standort der großen Bühne verteidigen musste. „Die steht viel zu nahe an der Nordseite des Platzes“, monierte Katja Schmid von der AG Innenstadt, „warum macht man die nicht ein bisschen zentraler, wenn man soviel Platz hat? Für die Geschäfte dahinter ist das eine Zumutung.“ Der Stadtpressesprecher verwies auf den Abstand von vier Metern zu den Fassaden, „das sollte ausreichen, da haben wir den Erfahrungen von FUN vertraut.“

Für Antworten zu politischen und Detailfragen möchte die AG Innenstadt zu einem der nächsten Abende die Sprecher der Stadtratsfraktionen an den Tisch zu bitten.

Kein Grund zum Feiern?

Eher am Rande wurde beim Einzelhändler-Stammtisch offiziell, warum aus dem Fest zur „Hauptplatz-Eröffnung“ eines zur „Einweihung“ geworden ist: Der Platz wird zuvor wieder zweispurig für den Verkehr freigegeben. Wann das genau sein wird, konnte Pressesprecher Andreas Létang nicht sagen, er rechnet mit einer Öffnung in dieser Woche. Vorher soll unter Einbahnbetrieb die „Verkehrszählung Hinteranger, Von- Kühlmann-Straße und Hauptplatz“ durchgeführt werden.

Dass man auf eine feierliche Eröffnung des Hauptplatzes, etwa mit dem Durchschneiden eines Bandes, verzichte, habe einen zweiten Grund, so Létang. „Es gibt im Stadtrat und in der Verwaltung große Strömungen, die der Ansicht sind, dass es kein Grund zum Feiern ist, wenn der neue Platz für den motorisierten Verkehr freigegeben wird.“ Somit werde am Sonntag gegen 19 Uhr die Sperrung ganz unspektakulär durch den Ab­transport der Baken aufgehoben werden.

Christoph Kruse

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