Hauptplatz vorerst ohne Linie und Mastleuchten

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Neues Profil braucht der Hauptplatz…

Landsberg – Weiße Linien wird es auf dem Hauptplatz vorerst nicht geben. Auf Wunsch der Bürgerversammlung hat sich der Bauausschuss erneut mit dem Thema befasst und den 20:5-Stadtratsbeschluss vom Januar ausgesetzt. Der Tenor: Verkehrsfreigabe abwarten, Erfahrungen sammeln, endgültig entscheiden.

Trotz aller Bürgerkritik stellte sich Ordnungsamtsleiter Ernst Müller erneut hinter den Ratsbeschluss. Danach sollten sowohl die Fahrbahn- als auch die Parkplatz- und sonstigen Markierungen (Mittellinie) mit den in der Straßenverkehrsordnung üblichen weißen Strichen verfolgen. Die Verwaltung wolle an diesem „sinnvollen Konzept“ festhalten, betonte Müller, ansonsten „braucht’s mehr Schilder“.

Davon ließen sich die Ratsmitglieder nun nicht mehr schrecken. Allen voran sprach Petra Kohler-Ettner (CSU) von „absoluter Verschandelung des Platzes“ und forderte, erst im kommenden Jahr zu markieren – falls überhaupt. „Erst den Hauptplatz fertigstellen und dann drüber reden“, pflichtete Martin Zeiser (parteilos) bei, während SPD-Rätin Ann-Marie Rist zusätzlich noch die Erfahrungen anderer Städte in eine abschließende Entscheidung einbeziehen möchte. Weiterhin ermahnte sie die Verwaltung, die Bemühungen für eine mögliche Abstufung der Staatsstraße durch das Zentrum der Lechstadt zu forcieren.

Dem Leiter der Ordnungsbehörde schien der Verlauf der Debatte nicht sonderlich zu behagen. Er wies darauf hin, dass man bei einem Verzicht auf die Linien bis Frühjahr 2014 – erst dann sind Markierungsarbeiten aus Witterungsgründen wieder möglich – mit mobilen Verkehrszeichen und teils mit Schildern an Hauswänden zurecht kommen müsse. Weiterhin sei es erforderlich, Be- und Entladezonen sowie Halte- und Behindertenparkplätze zumindest an deren Ecken kenntlich zu machen.

Die Mitglieder des Bauausschusses votierten einstimmig für die Aussetzung des bisherigen Beschlusses und die mobile Beschilderung – als Empfehlung an den Stadtrat.


Keine Mastleuchten

In der gesamten Lechstadt gibt es keine DIN-gerechte Ausleuchtung des Verkehrsbereiches, da muss es auf dem neuen Hauptplatz auch nicht so hell sein wie in der Allianz-Arena. Und deshalb könne man, so die Empfehlung des Bauausschusses, auf zwei zusätzliche Masten getrost verzichten.

Eben jene Masten, platziert auf Höhe der Sparkasse und am Buswartehäuschen, wären laut Tiefbauchef Hans Huttenloher erforderlich, um auch den Kurven- und den östlichen Fahrbahnbereich DIN-gerecht aus­leuchten zu können. Im Ausschuss kam das nicht gut an, denn bisher sollte der gesamte Platz ausschließlich über Wand- und Hängeleuchten sowie teilweise Strahler erfolgen. „Technische Probleme“, aber auch die Weigerung einzelner Hauseigentümer, Leuchten an ihren Fassaden anbringen zu lassen, sorgten nun für den neuen Vorschlag der Verwaltung.

Einstimmig sprach sich der Bauausschusses gegen die beiden Masten aus und beauftragte die Verwaltung in puncto Wandleuchten weitere Gespräche zu führen. Obgleich diese Empfehlung an den Stadtrat einem Verzicht auf eine DIN-gerechte Beleuchtung des gesam­ten Platzes gleichkommt, wird die „Ausleuchtung gewaltig“ sein, so Huttenloher.


5000 Euro für die "Graberei"

Auf Antrag von Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller (CSU) hat der Bauausschuss einstimmig beschlos­sen, bei Bedarf und sofern zeitlich machbar archäologische Suchschnitte durchführen zu lassen. Maximal 5000 Euro sollen dafür zur Verfügung stehen. Tiefbauchef Hans Huttenloher war von der „Graberei“ weniger begeistert: „Wir haben einen gewissen Zeitdruck, lassen Sie uns weiterbauen.“


Flexibel bleiben trotz Möblierung

Die öffentliche Möblierung des Hauptplatzes erfolgt, wie im Stadtrat bereits 2011 beschlossen, ausschließlich über „freie“ Stühle und Bänke. Damit mache man am Hellmair-Platz seit Jahren gute Erfahrung. Der große Vorteil: Eine höchstmögliche Flexibilität des Platzes bleibe gewährleistet.


Platz für rund 100 Räder

Mobile Fahrradständer für rund 100 Drahtesel sollen auf dem neuen Hauptplatz zum Einsatz kommen. Einstimmig hat sich der Bauausschuss am Mittwoch dafür ausgesprochen. Ein Mustermodell finde seit Monaten in der Ludwigstraße großen Zuspruch. Gefertigt werden die Radlständer von den Mitarbeitern des Bauhofes.

Toni Schwaiger

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