Erst mal drei Liter Starkbier

Wegen „fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs“ hat sich ein türkischer Berufskraftfahrer in der vergangenen Woche vor dem Landsberger Amtsgericht verantworten müssen. Da er nachweislich wiederholt betrunken auf und zuletzt ohne Fahrerlaubnis auf deutschen Autobahn mit einem Sattelzug unterwegs war, setzte es nun eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten – ohne Bewährung.

Bereits zwei Mal zuvor war der Angeklagte in alkoholisiertem Zustand von der Polizei aufgehalten worden. Mit über zwei Promille musste er im Februar seinen Führerschein abgeben. Dennoch ließ sich der Berufskraftfahrer in der Türkei ohne Probleme eine neue Fahrerlaubnis ausstellen, da der deutsche Strafbefehl die türkischen Behörden offensichtlich nie erreichte. So fuhr der Kraftfahrer zum wiederholten Mal in alkoholisiertem Zustand, auch in jener Septembernacht dieses Jahres. Er habe am Abend drei Liter Starkbier getrunken, sich dann schlafen gelegt und gegen Mitternacht entschieden, weiterzufahren. Gegen 1.30 Uhr verlor er auf der A96 Richtung Lindau wegen „Übermüdung und alkoholbedingter Fahruntauglichkeit“ die Kontrolle über seinen Sattelzug und raste nahe der Ausfahrt Schöffelding in die Leitplanke. Die Polizei habe er zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht rufen wollen, da er kein Deutsch spreche. Einzig mit einem Warndreieck sicherte er die Unfallstelle. Erst gegen 6 Uhr erreichte die Unfallmeldung einer Verkehrsteilnehmerin die Polizei in Fürstenfeldbruck. Der türkische Kraftfahrer behauptete, er trinke nicht regelmäßig Alkohol, doch noch am Morgen konnte die Polizei fast 1,2 Promille feststellen, was ein späterer Bluttest denn auch bestätigte. Rund 7000 Euro Fremdsachschaden verursachte der Angeklagte bei seiner Trunkenheitsfahrt, doch die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer durch sein Verhalten wiegt weitaus schwerer. Außerdem hätte er ohne gültige Fahrerlaubnis in Deutschland schon seit Februar nicht mehr fahren dürfen. Zwar gestand er sein Fehlverhalten sofort ein und gab vor, es auch zu bereuen, doch Staatsanwalt Franz Wörz sieht noch immer eine große Gefahr. Nachdem es nicht die erste Fahrt war, bei der er unter Alkoholeinfluss aufgegriffen wurde, forderte er sechs Monate Haft ohne Bewährung. „Da stellt es einem die Haare auf“, kommentierte Wörz die offensichtliche und wiederholte Gefährdung des Straßenverkehrs. Dem stimmte Richterin Sabine Grub absolut zu. Der Angeklagte habe seit seinem letzten Strafbefehl nicht aus seinem Verhalten gelernt. Er sei schließlich Berufskraftfahrer, da wisse man doch, dass man betrunken nicht fahren darf, begründete sie die Höhe der Freiheitsstrafe. Auch sei aufgrund der Beweislage auf ein schweres Alkoholproblem zu schließen. Der Türke muss seinen Führerschein abgeben und darf – zumindest auf deutschen Straßen – 36 Monate lang nicht mehr fahren.

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