Der Premierenjahrgang verabschiedet sich

Gemeinsam begonnen

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Die drei Schulbesten (v. links): Evelyn Kunschke (1,27), Sophia Hochholzer (1,36) und Christina Drexl (1,42) gehören zu dem ersten Jahrgang, der vor sechs Jahren seine Realschullaufbahn in Kaufering angetreten und dort komplett durchlaufen hatte.

Kaufering – Die drei 10. Klassen, die am Freitag die Realschule Kaufering (RSK) verlassen haben, waren für Rektor Peter Adam „ein ganz besonderer Jahrgang“. Sie waren nämlich 2010 die ersten 5. Klassen, die in das damals neue Schulgebäude an der Bayernstraße einzogen und folglich ihre gesamte Realschulzeit hier absolvierten. Nun haben sie ihre Abschlussprüfungen geschafft – und zwar so gut, dass die RSK laut Adam zum wiederholten Male unter den besten Schulen Bayerns ist. Keiner der 91 Schüler ist durchgefallen, 18 haben eine Eins vor dem Komma und fast alle haben den Schnitt für die Fachoberschule geschafft.

„Wir haben vor sechs Jahren gemeinsam hier angefangen“, erinnerte der Schulleiter. Und auf Gemeinsamkeit lege die RSK Wert – auch wenn man sich angesichts manch politischer Entwicklung fragen müsse, ob Gemeinschaft unmodern sei. „Ihr dürft euch nicht einschüchtern lassen“, gab Adam seinen Absolventen mit – und erinnerte daran, „dass Gemeinschaft nicht nur Miteinander bedeutet, sondern auch Füreinander.“ Der Schule sei es stets darum gegangen, neben Wissen ein Werte-Korsett zu vermitteln. „Wir haben versucht, euch das Schuhwerk mitzugeben, um euch auf den Weg zu machen.“

Elternbeiratsvertreterin Nina Richardon griff das Bild auf. „Geht euren eigenen Weg“, ermunterte sie. „Findet einen Weg zwischen Beruf und Leben. Habt keine Angst vorm Fallen, und verliert nie den Glauen an euch selbst.“ Zuversicht und Optimismus wünschte Bürgermeister Erich Püttner den scheidenden Realschülern. „Lebenswege sind nicht ganz einfach. Man stolpert und fällt auf die Nase, aber das gehört alles dazu.“

Neben den nachdenklichen Tönen gab es auch komische Momente – etwa, als die Moderatoren des Abends, die Zwillingsbrüder Simon und Hannes Schneider, Konrektor Franz Babl mit einem Quiz überraschten. Dabei waren nicht die Mathefragen das Problem, sondern die Aufgabe, die Zwillinge auseinanderzuhalten. Das war den Lehrern offenbar während der ganzen Schulzeit schwergefallen, und es misslang auch an diesem Abend.

Stellvertretend für den Abschlussjahrgang hatte Lisa Peinlich sich ein „ABC des Schulabschieds“ einfallen lassen – von A wie Arbeiten bis Z wie Zeugnis. „Keiner von uns wird die Zeit hier vergessen, die uns alle sehr geprägt hat.“

Kreisrätin Rosina Heinle war als Schulreferentin des Landkreises gekommen und hatte Preise für die 18 Besten mit einem Notendurchschnitt unter 2,00 mitgebracht. Einige von ihnen wurden gleich doppelt bedacht, denn die Erfolgreichsten aus jeder der Wahlfächergruppen erhielten den Bester-Preis der VR-Bank Landsberg-Ammersee. Und da im Mathezweig drei Schüler den exakt gleichen Schnitt von 1,45 geschafft hatten, wurden aus den normalerweise vier Preisträgern sechs. Ganz an der Spitze des Jahrgangs lagen Evelyn Kunschke (1,27), Sophia Hochholzer (1,36) und Christina Drexl (1,42).

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Schulband und abgerundet von einem Sektempfang unter dem regnerischen Abendhimmel – bevor es zum Feiern in die Lechau-Halle ging.

Ulrike Osman

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