Freiwilligen-Messe in Landsberg

Ein Wir-Gefühl erfahren

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Die Kümmerer vor Ort: Katrin Dyballa (links) vermittelt Ehrenamtliche zum Beispiel an soziale Einrichtungen wie den Hospizdienst Ammersee. Dessen Geschäftsführerin Irmgard Schleich hofft, über die Freiwilligen-Messe noch mehr Helfer gewinnen zu können. Markus Wasserle unterstützt die Organisatoren mit seinen Erfahrungen von der Ausbildungsmesse.

Landsberg – Zum ersten Mal findet am Sonntag, 20. Oktober, von 10 bis 17 Uhr eine Freiwilligen-Messe im Landkreis statt. Hier kann jeder, der sich ehrenamtlich engagieren möchte, Infos sammeln, mit Ehrenamtlichen ins Gespräch kommen und einen Überblick darüber erhalten, welche Möglichkeiten es gibt.

Die Messe findet im Landsberger Sportzentrum statt. Veranstaltet wird sie von der Koordinationsstelle Engagierter Bürger (k.e.b.) im Landratsamt, die Schirmherrschaft hat Landrat Walter Eichner übernommen. „Es würden sich mehr Menschen ehrenamtlich engagieren, wenn sie wüssten, wie und wo“, ist Katrin Dyballa überzeugt. Seit eineinhalb Jahren leitet sie die k.e.b. und will mit der Messe ein weiteres Forum für die Gewinnung von Freiwilligen schaffen. Bei den Einrichtungen und Vereinen, die auf bürgerschaftliches Engagement angewiesen sind, ist sie mit der Idee offene Türen eingerannt. „Der Wunsch, sich zu präsentieren, ist riesig.“

Freiwilligen-Datenbank

Rund 40 Aussteller werden bei der Messe dabei sein, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen – Soziales, Natur- und Umweltschutz, Gartenbau, Asylhilfe. Sie stellen nur einen Teil des Gesamtspektrums dar, „vielleicht 25 Prozent“, schätzt Dyballa. „Aber irgendwo muss man ja mal anfangen.“ Sie ist derzeit dabei, in einer Datenbank alle Freiwilligen-Organisationen und „Kümmerer vor Ort“ zu erfassen, um Hilfswillige besser vermitteln zu können. „Was die Menschen im Landkreis bereits leisten, ist enorm“, hat sie festgestellt. Ein weiteres Ziel der Messe besteht darin, die Ehrenamtlichen untereinander besser zu vernetzen. „Missstimmungen entstehen ja vor allem dann, wenn man sich nicht kennt“, sagt Kreisrat Markus Wasserle. Unter anderem gelte es, das Vorurteil abzubauen, man würde sich gegenseitig die Engagierten abspenstig machen.

Wasserle, Initiator und Organisator der Ausbildungsmesse, hat auch der Freiwilligenmesse bereits Starthilfe geleistet. Bei einem Workshop referierte er darüber, wie Ehrenamtliche gewonnen und bei der Stange gehalten werden können. „Da haben wir zum ersten Mal ein richtiges Wir-Gefühl erfahren“, schwärmt Irmgard Schleich, Geschäftsführerin des Hospizdienstes Ammersee (Hosdiam). „Wir sind ja alles Einzelkämpfer.“ Auch sie wird mit einem Stand vertreten sein.

Die Messe soll aber nicht nur die emotionale Ebene ansprechen, sondern auch Fakten vermitteln. So wird es auch um das Thema Versicherungsschutz für Ehrenamtliche gehen. Und um die Tatsache, dass freiwilliges Engagement in Bewerbungen für Ausbildungs- und Arbeitsplätze einen guten Eindruck macht. „Viele Firmen legen darauf inzwischen großen Wert“, weiß Wasserle. „Das ist ein Riesenthema.“ Auch könne man im Rahmen freiwilliger Arbeit herausfinden, ob der angestrebte Beruf einem überhaupt liegt.

Gänsehaut garantiert

Zusätzlich zu den Ausstellern wird es ein Rahmenprogramm mit diversen Vorträgen geben. Die Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) wird ebenso zu sehen sein wie eine Modenschau. Für Unterhaltung sorgt der Münchner Magier René. Ein Highlight ist sicherlich der Besuch des 15-jährigen Felix Finkbeiner, der vor sieben Jahren die Schülerinitiative Plant-for-the-Planet ins Leben rief mit dem Ziel, auf der ganzen Welt eine Million Bäume zu pflanzen. Über dieses Thema wird er referieren. „Mit Gänsehaut-Garantie“, wie Dyballa verspricht. „Der Junge ist einfach unglaublich.“

Ansprechpartnerin für Ehrenamtliche und Interessierte ist Katrin Dyballa von der Koordinationsstelle engagierter Bürger (k.e.b.) im Landratsamt Landsberg, Tel: 08191/129 478 oder unter Katrin.Dyballa@LRA-LL.bayern.de. Auch auf www.keb-landkreis-landsberg.de gibt es Infos.

Ulrike Osman

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