Erste Schritte

Mit dem Energie-Pakt will man sich in Kaufering für die Zeit nach der Atomkraft rüsten. Foto: Kruse

Kaufering holt sich ganz offiziell Hilfe aus dem Allgäu: „Sie haben jetzt den Auftrag. Machen Sie etwas daraus, gehen wir's an“, gab Bürgermeister Dr. Klaus Bühler an Dr. Hans-Jörg Barth von der „eza!“ nach der jüngsten Sitzung im Marktgemeinderat weiter. Das Klimaschutzprogramm, das einstimmig beschlossen wurde, könnte tiefgreifende Einschnitte für alle Kauferinger Bürger mit sich bringen.

Der „Kauferinger Energie-Pakt“, der nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima ins Leben gerufen wurde, führt damit schnell zu Ergebnissen. Mit „eza!“ hat man sich einen Partner ins Boot geholt, der von der Mehrheit der Allgäuer Städte und Landkreise getragen wird und sich seit über zehn Jahren der Förderung der erneuerbaren Energien und Einsparpotenzialen verschrieben hat. Dieses Team wird Kaufering nun erst einmal durchleuchten. In einer sechsmonatigen „Datenerhebungsphase“ geht es laut Dr. Barth darum, „festzustellen, wo in der Gemeinde wieviel Energie verbraucht wird und wo man etwas sparen kann und wo man erneuerbare Energien nutzen kann.“ Dabei ist man allerdings sowohl auf die Mitarbeit der Verwaltung, der Bürger als auch der Unternehmen angewiesen. „Wir benötigen auch Zugriff auf Daten, da brauchen wir die Mitarbeit der Verwaltung und der Unternehmen. Das funktioniert nach unserer Erfahrung mal besser und mal nicht so gut.“ Danach beginnt die Konzeptarbeit: Wie könnte gespart werden, wo könnten regenerative Energien gewonnen werden, welche Projekte sind konkret umsetzbar? Barth: „Nach einem Jahr können wir das wissen, dann muss es in die Umsetzung gehen.“ Dr. Klaus Bühler gab allerdings ein ambitioniertes Ziel vor: „Sie treffen hier auf eine motivierte Verwaltung, das schaffen wir schneller, das verspreche ich Ihnen.“ Die Fragen, die „eza!“ möglichst schnell klären will, beziehen sich auf fast alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens, was den Energieverbrauch und die Einsparpotenziale angeht. „Wir gehen zum Beispiel Haus für Haus durch und fragen, wie alt die Heizung ist. Wenn wir feststellen, dass in einem Straßenzug wegen gesetzlicher Bestimmungen innerhalb der nächsten Jahre die Heizungen erneuert werden müssen, raten wir der Gemeinde, hier ein Investitionsprogramm für erneuerbare Energien aufzulegen“, so Barth. Freiwillige Auskünfte Die Freiwilligkeit steht dabei im Vordergrund. „Wir brauchen die großen Unternehmen vor Ort, wir brauchen die Privathaushalte und wir brauchen Leute wie die Kaminkehrer. Wir können niemand zwingen, Auskünfte zu geben. Aber unsere Erfahrungen sind überwiegend positiv, die meisten machen schon aus Eigeninteresse mit“, so Barth. Wenn das Konzept dann steht, wird die Arbeit von „eza!“ elegant an die Gemeinden zurückgegeben. „Die Umsetzung können nur Leute vor Ort machen“, so Barth. „Dazu müssen Sie ein Energie-Team gründen, das nicht mehr als zehn bis zwölf Mitglieder haben sollte, das Team sollte auch konsensfähig sein. Bitte überlegen Sie sich ab sofort, wer dazu gehören könnte.“ Diese Entscheidung wird der Gemeinderat treffen.

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