Erste Sanierungsmaßnahmen:

Patient Bayertor

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Hinter Gittern: Die Sanierung am Bayertor haben laufen. Das Stadtbauamt rechnet mit einem Abschluss der Arbeiten in einem Jahr.

Landsberg – Vor knapp 40 Jahren wurde das Bayertor zuletzt saniert. Höchste Zeit, wieder Hand anzulegen: Der Putz ist inzwischen komplett feucht und hat jede Menge Streusalz aufgenommen, ist sozusagen versalzen: Die Mauern darunter sind geschädigt. Deshalb wurden schon einige Maßnahmen eingeleitet: Die schadhaften Mauerteile sind bis zu einer Höhe von drei Metern abgeschlagen. Am Sockel wurde als Schutz über den Winter offenporiger Kalkputz angebracht. Aber der muss wieder weg, wenn der „Patient Bayertor“ im nächsten Jahr mit dem sogenannten Opferputz behandelt wird.

Dieser „Opferputz“ ist eine Waffe gegen das Salz und die Feuchtigkeit, die die Mauern im Lauf der Jahre aufgenommen haben. „In den 70ern hatte man gegen die Feuchtigkeit von außen einen zementhaltigen Hydromentputz aufgetragen“ erzählt Referatsleiter Peter Huber vom Stadtbauamt. „Der hat zwar kaum mehr was durchgelassen, aber die Feuchtigkeit, die schon in das Gemäuer eingezogen war, konnte auch nicht nach außen.“

Und so zogen sich Nässe und Salz immer weiter nach oben. „Opferputz“ hingegen ist feuchtigkeitsdurchlässig. Zudem lagern sich in ihm die Salze ab, die in die Mauern eingezogen sind. „Irgendwann, wenn er gesättigt ist, fällt der dann ab“, sagt Huber – daher der Name. Dann muss wieder neuer drauf. Wie lange das dauert, könne man nicht sagen, meint Huber. Laborleiter Rupert Utz von der ProDenkmal GmbH aus Bamberg, die die Sanierung betreut, nennt eine Spanne von ein bis zwei Jahren. „Aber an vielen Stellen kann der Putz wahrscheinlich auch dranbleiben“, ist Utz überzeugt. Dies sei vor allem in den höheren Bereichen möglich, wo die Versalzung nicht so stark sei. Zusätzlich könne man an besonders feuchten Stellen noch Salzreduktionskompressen auflegen: Das gleiche Prinzip, aber kleinflächiger und schneller.

Doch im Winter ist das alles nicht möglich: „Opferputz“ darf keinen Frost abbekommen. Deshalb wird damit erst im April oder Mai nächstes Jahr begonnen. Im Moment werde gerade die Ausschreibung für diese zweite Sanierungsphase vorbereitet, sagt Huber. Zusätzlich zum Verputzen des Sockels wurde inzwischen aber schon das Fundament im Erdreich mit Lehmpackungen gegen weitere Nässe abgedichtet: „Wenn Lehm mit Wasser gesättigt ist, geht nichts mehr durch“, erläutert Huber. An der Südseite zum Kreisverkehr hin wurden auch Drainagen eingebaut. So hoffe man, neue Feuchtigkeit abzuhalten: „Aber perfekt trocken wird‘s nie“, ist der Referatsleiter überzeugt.

Eine weitere Arbeit, die bereits in Angriff genommen wurde, ist die Entfernung des Wasserhochbehälters im Turm: Der wird dank des Wasserreservoirs im Pitzlinger Wald nicht mehr gebraucht. Der gut drei Meter hohe Tank mit einer Grundfläche von ungefähr 30 Quadratmetern wird in Einzelteile zerlegt und durch eine Rutsche abtransportiert. Martin Michl von den Stadtwerken rechnet damit, dass alle Teile Mitte bis Ende Januar entfernt werden können.

Auch alle weiteren Sanierungsarbeiten werden erst im nächsten Jahr angegangen: Der ganze Turm wird eingerüstet und neu gestrichen, das Dach wird repariert und auch einige Spenglerarbeiten zur Dachentwässerung seien notwendig, listet Huber auf. Er rechnet mit dem Abschluss der Sanierung Ende 2016. Das der Stadt Landsberg zur Verfügung stehende Budget liegt bei rund einer Million Euro. Der Anbau, in dem früher die Turmschänke zu finden war, ist hingegen schon fertig. „Den könnte man heute schon vermieten“, meint Huber. Allerdings lade das Umfeld Baustelle im Moment natürlich nicht dazu ein. Aber sie ist nun auf jeden Fall schimmelfrei, das habe er sich sogar mit einem Gutachten vom TÜV bestätigen lassen.

Zwar soll nächstes Jahr eine Gastherme dort eingebaut werden, was die Stromkosten senken würde, aber eine Gaststätte sei dennoch eine Herausforderung, sagt der Referatsleiter aus dem Stadtbauamt: „Das sind 54 Quadratmeter auf drei Stockwerke verteilt, die Küche ist im Dachspitz – Lagerfläche gibt es da eigentlich keine.“ Aber dafür einen wunderschönen Biergarten.

Susanne Greiner

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