Der ewige Hotzenplotz

Der berüchtigte Räuber Hotzenplotz (Fritz Weinert) macht auch vor Großmutters (Gabi Hofbauer) Kaffeemühle nicht halt. Foto: Eckstein

Kinder lieben Otfried Preußlers Kasperlgeschichte vom Räuber Hotzenplotz. Das dachten sich auch die Veranstalter des Landsberger Kulturspektakels und luden das Augsburger Theater „Fritz und Freunde“ ein, die vor der Aufgabe standen, hunderte von Kindern unter erschwerten Bedingungen in ihren Bann ziehen zu müssen.

Jeder kennt die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz, der Großmutters Kaffeemühle klaut, vom tapferen Kasperl, der mit seinem Freund Seppl versucht, den Räuber zu fangen und schließlich noch den bösen Zauberer austricksen muss. Die Schauspieler des Augsburger Kindertheaters „Fritz und Freunde“ gaben ihr Bestes, wirbelten schwungvoll durch Otfried Preußlers Räubergeschichte, wobei besonders der Räuber selbst (Theatergründer Fritz Weinert), angetan mit rotem Wams und Federhut, beeindruckte. Auch der Kasperl (Fabio Esposito) und der Seppl (Daniela Reith) zogen die Kinder mit ihren Tollpatschigkeiten in ihren Bann und sorgten für viel Gelächter. Nicht so recht überzeugt waren die kleinen Zuschauer vom weiblichen Zauberer Zwackelmann (Manuela Rademaker), der trotz Spitzhut und Zaubererumhang eher blass blieb. Doch insgesamt präsentierte das Augsburger Ensemble die Räubergeschichte witzig, kind- und werkgerecht und voller lustiger Einfälle. Leider wurde das Theatererlebnis durch die Rahmenbedingungen getrübt: Trotz frühzeitiger Anmeldung reichte die Bestuhlung im Foyer nicht, zusätzliche Stühle wurden aufgestellt, viele Kinder saßen dennoch auf dem Boden oder auf der Fensterbank. Das führte dazu, dass ein Teil der kleinen Zuschauer keine gute Sicht auf die niedrige Bühne hatte, die Akustik ließ zu wünschen übrig. Auch das durch die Oberlichter hereinfallende Tageslicht ließ keine rechte Theateratmosphäre aufkommen, die Lichteffekte verpufften. Schade, denn immerhin zahlte jeder der Schüler 5 Euro Eintritt. Zum Vergleich: im Stadttheater zahlen Schulgruppen 4,50 Euro pro Person bei ungleich besseren Bedingungen. Schade auch für das Ensemble, denn der besondere Zauber, der die Inszenierungen von „Fitz und Freunde“ auszeichnet, ging unter diesen Umständen verloren.

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