Bahnhof Geltendorf:

Umbau unter "rollendem Rad"

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Während der Mittelbahnsteig barrierefrei ausgebaut wird, erreicht man die Gleise 2 und 3 nur über eine Treppe und einen rund 6,50 Meter hohen Fußgängersteg.

Geltendorf – Auf die Fahrgäste am Bahnhof kommen umständliche Monate zu. Der Mittelbahnsteig an den Gleisen 2 und 3 wird barrierefrei ausgebaut und erhält eine neue Treppe.

Der Zugang erfolgt deshalb voraussichtlich von Mitte März bis Herbst über einen hölzernen Treppenturm mit Fußgängersteg. Wer den Park&Ride-Platz im Süden nutzt oder am Gleis 4/5 ankommt und in einen Zug nach München umsteigen will, muss einen längeren Umweg in Kauf nehmen.

Der Mittelbahnsteig, an dem vor allem die S-Bahnen und Regionalzüge Richtung Landeshauptstadt halten, befindet sich mit 76 Zentimetern Höhe noch auf dem „Olympia-Standard von 1972“, so der zuständige Leiter des Bahnhofsmanagements München Heiko Hamann. Das soll sich ändern. Um einen stufenfreien Zugang zur S-Bahn zu ermöglichen, wird der Bahnsteig auf 96 Zentimeter erhöht. „Dann müssen die Fahrgäste nicht mehr in Zug einsteigen, sondern können herein treten oder herein rollen.“ Für die Regionalzüge wird der Bahnsteig dann allerdings zu hoch sein, weshalb auch eines der Gleise angehoben wird.

Da der erhöhte Bahnsteig einen neuen Treppenaufgang bekommen soll, wird die be­stehende Treppe abgebrochen. Erstmals sind Blindenleitstreifen geplant, außerdem werden Bahnsteigdach, Mobiliar, Lautsprecheranlage und Beleuchtung erneuert – dies allerdings erst im nächsten Jahr. Heuer werden zunächst die bestehenden Anlagen zurückgebaut. Abgesehen von der Sperrung am vergangenen Wochenende finden die Umbauten „unter rollendem Rad“ statt, wie es im Bahn-Jargon heißt. Da man für das tägliche Verkehrsaufkommen auf keinen der Bahnsteige verzichten kann, wurde als Zugang zu den Gleisen 2 und 3 der rund 6,50 Meter hohe Fußgängersteg errichtet. Kein Problem ist das für alle, die vom P&R-Platz Nord und von der Bushaltestelle kommen.

Kleine Revolution

Wer jedoch vom südlichen Parkplatz oder den Gleisen 4/5 zum Mittelbahnsteig will, muss die komplette Unterführung durchqueren und dann noch 100 Meter bis zur provisorischen Treppe zurücklegen. Für Fahrgäste mit knappen Umsteigezeiten wird das schwierig. An den Abfahrtszeiten der Züge werde sich trotzdem nichts ändern, so Hamann. „In den Fahrplan einzugreifen, wäre wie eine kleine Revolution.“

Inständig hoffen die Bahn-Verantwortlichen darauf, dass trotzdem jeder, der kann, den Fußgängersteg benutzt – und nicht etwa den Aufzug. Der wird zwar weiterhin in Betrieb sein, soll aber denjenigen vorbehalten bleiben, die ihn wirklich brauchen. Für Dauer­nutzung durch größere Lasten sei der Aufzug nicht ausgelegt, warnt Hamann. „Da kann es schon sein, dass er heiß läuft und stehen bleibt.“

Ulrike Osman

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