Mit dem Fahrrad ins Büro?

„Lieber mit dem Rad zur Arbeit als mit dem Auto zum Doktor!“ Mit diesem Satz bringt Harald Floßmann, bei der AOK Landsberg Fachbereichsleiter Gesundheitsförderung, das Ziel der gemeinsamen Sommer-Aktion von AOK und ADFC auf den Punkt. Während der warmen Jahreszeit sollen möglichst viele Menschen dazu motiviert werden, das Auto stehen zu lassen und stattdessen lieber ins Büro zu radeln.

In diesem Jahr fiel der Startschuss für die Aktion im Landratsamt Landsberg, und das aus gutem Grund. Nicht nur ist Landrat Walter Eichner bekanntermaßen selbst begeisterter Radfahrer, auch teilen viele seiner Mitarbeiter die Freude am Strampeln. Die Angehörigen des Landratsamts beteiligen sich an der Aktion, seit sie vor zehn Jahren als kleine regionale Idee ins Leben gerufen wurde. Inzwischen wird bundesweit zur Arbeit geradelt. 2009 machten insgesamt über 170000 Menschen mit, im Landkreis Landsberg waren es 521. „Die Teilnehmerzahlen sind seit Jahren stabil, leider steigen sie nicht mehr“, so Floßmann. Teilnehmen kann man als Einzelfahrer oder als Team mit maximal vier Personen. Bilden sich in größeren Betrieben mehrere Teams, kümmert sich ein Koordinator um die Anmeldung. Ziel ist es, in den Monaten Juni, Juli und August an mindestens 20 Tagen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Auch die Kombination aus Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln ist erlaubt. Im Internet (www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de) wird in einem Kalender über die geschafften Tage Buch geführt. Ist das Soll erfüllt, landen die Namen der Teilnehmer in Verlosungen, bei denen es attraktive Preise zu gewinnen gibt, darunter hochwertige Fahrräder, Zubehör und Reisen. Man habe die Anforderungen, also 20 Tage in drei Monaten, bewusst niedrig gehalten, um niemanden abzuschrecken, so Floßmann. Überhaupt gehe es bei der Aktion nicht um den erhobenen Zeigefinger, sondern um den Spaß am Radfahren. Wen Streckenabschnitte mit starker Steigung vom Sprung in den Sattel abhalten, der kann auf eines der neuartigen Elektrofahrräder, zum Beispiel ein E-Bike oder Pedelec, ausweichen, rät Bernd Peter, Kreisverbandsvorsitzender des ADFC Landsberg. „So kommt man nicht verschwitzt in der Arbeit an, kann aber auf dem Heimweg den Elektroantrieb ausschalten und etwas für den Körper tun.“ Das Thema Radfahren wird in Zukunft im Landkreis Landsberg immer mehr an Bedeutung gewinnen, betonte Landrat Walter Eichner. „Es hat sich gezeigt, dass für die Senioren das Fahrrad das zweitwichtigste Fortbewegungsmittel ist.“ In Zukunft werde man deshalb das Radwegenetz weiter ausbauen müssen.

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