Einrichtung im Fuchstal in Planung

Eher familiär als eingestreut

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Eher familiär soll es in der neuen Kurzzeitpflegeeinrichtung in Leeder zugehen. Dieses Konzept geht in der Tagespflege in Asch bereits auf.

Landkreis – Wer auf der Suche nach einem Kurzzeitpflegeplatz für einen pflegebedürftigen Angehörigen ist, muss sich schon mal auf eine längere Wartezeit einstellen. Oft stellt das die Pflegenden vor massive Herausforderungen. Dem soll nun entgegengewirkt werden: In Fuchstal soll eine stationäre Kurzzeitpflegeeinrichtung für pflegebedürftige ältere und kranke Menschen mit bis zu 14 Plätzen entstehen.

Wie die Seniorenbeauftragte des Landkreises Barbara Juchem in der jüngsten Sitzung des Senioren- und Sozialpolitischen Ausschusses erläuterte, ergab eine Befragung aus dem Jahr 2015, dass die Wartezeiten für einen Kurzzeitpflegeplatz im Landkreis deutlich länger waren als für einen Tagespflegeplatz. Dies lasse sich, laut Juchem, dadurch erklären, dass zahlreiche Einrichtungen sogenannte eingestreute Tagespflegeplätze anbieten. Das bedeute, die Tagespflegegäste werden im laufenden Betrieb einer stationären Einrichtung mit betreut, ein eigenes Zimmer ist aber nicht notwendig. Für die Kurzzeitpflege werde aber ein Bewohnerzimmer benötigt, wodurch sich die längere Wartezeit erkläre.

Gleicher Ansicht ist auch Andrea Gang von der Sozialhilfeverwaltung: 2010 habe man im Seniorenpolitischen Gesamtkonzept bis zum Jahr 2019 einen Bedarf von 34 bis 37 Kurzzeitpflegeplätzen ermittelt. Zum damaligen Zeitpunkt hatte jedoch das Sozialzentrum „St. Martin“ noch zwölf feste Kurzzeitpflegeplätze vorgehalten. Mit der Übernahme des Sozialzentrums durch die CAB Augsburg sind diese Plätze allerdings zugunsten stationärer Langzeitplätze weggefallen. „Die Situation heute hat sich zu 2010 extrem verschlechtert“, sagt Gang.

Das unterstützen auch die Daten der Seniorenbeauftragten Barbara Juchem: Demnach ist fast ein Fünftel der etwa 115.000 Menschen im Landkreis 65 Jahre oder älter. Zwei Prozent der Gesamtbevölkerung – das sind rund 2.300 Personen im Landkreis – sind pflegebedürftig.

Nun beabsichtigt die „Mobile Pflege Fuchstal“, eine stationäre Einrichtung für Kurzzeitpflege mit bis zu 14 Plätzen zu errichten. Seit 20014 gibt es den ambulanten Pflegedienst in Fuchstal, wie Geschäftsführerin Beate Gürster sich dem Ausschuss vorstellte. Seit 2006 betreibt die „Mobile Pflege Fuchstal“ eine Tagespflegeeinrichtung in Asch, 2013 wurde eine zweite in Leeder eröffnet. Nun soll daran anschließend eine Kurzzeitpflegeeinrichtung folgen. Immer wieder sei sie angerufen und gefragt worden, ob es neben der Tagespflege bei ihr auch die Möglichkeit zur Kurzzeitpflege gebe, so Gürster. Nun will sie gemeinsam mit ihrem Mann darauf reagieren.

„Familiär und klein“ soll die neue Einrichtung ausfallen, damit sich die Gäste „wie Zuhause“ fühlen können. Auch die bestehenden Einrichtung in Asch und Leeder seien aus diesem Grund „wie normale Wohnungen“ gestaltet, erklärt Gürster. Deshalb sollen auch 14 Einzelzimmer nicht überschritten werden. Wenn alles nach Plan verläuft, soll die Einrichtung nächstes Jahr im Herbst fertig sein.

Dieser angestrebte „familiäre Charakter“ entspricht auch den Ergebnissen der Befragung: Demnach sind eingestreute Pflegeplätze sowie eine Anbindung an ein Pflegeheim am unbeliebtesten. Es sei davon auszugehen, dass die Inanspruchnahme einer Tages- bzw. Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung oftmals als „erster Schritt ins Heim“ erlebt wird.

Der Senioren- und Sozialpolitische Ausschuss empfahl daher dem Kreisausschuss einstimmig, das Projekt mit maximal 25.000 Euro zu fördern. Diese Förderung unterliegt der Maßgabe, dass die geförderten Pflegeplätze mindestens 30 Jahre verwendet werden.

Astrid Neumann

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